Peking - Benjamin Alexander stieß seinen Arm in den Himmel, als hätte er Gold im Riesenslalom geholt. Dabei kam der erste jamaikanische Skirennläufer bei Olympia als Letzter ins Ziel, über eine halbe Minute hinter dem Vorletzten. Doch seine Belohnung hatte er längst. Dass er bei der Eröffnungsfeier in Peking die Fahne des Karibikstaates tragen durfte, sei sein persönlicher Olympiasieg, sagte er.

Alexander, 38, war ein international gefragter DJ und schon 32, als er 2015 zum ersten Mal Schnee berührte. Er sollte für Bekannte in Kanada beim Heli-Skifahren auflegen: „Das war das Coolste, was ich je gesehen hatte.“

Einige Monate später stand er in Whistler selbst auf Skiern. Beim ersten „Lauf“ stürzte er 27-mal. Doch als er 2018 die Spiele in Südkorea erlebte, stand fest: Er wollte zu Olympia. Alexander zog nach Kanada, dann nach Jackson Hole, USA. Die Pandemie hätte ihn beinahe gestoppt, weil die Lifte stillstanden. Er sei gefühlt zehn Mal den Everest hoch gestiefelt, um trainieren zu können, sagte er. Ihm halfen Tipps von Dudley Stokes, dem Piloten des jamaikanischen „Cool Runnings“-Bobs. Alexanders Rennanzug ist dem der Bobfahrer von 1988 nachempfunden; er trug ihn zweimal ins Ziel.