Die Sonne scheint, Berlin ist auf den Beinen. Das gilt am Sonnabend und Sonntag auch für die Läuferszene. Denn zunächst werden nach zwei Jahren Corona-Pause am Sonnabend 10.000 Teilnehmerinnen beim Frauenlauf im Tiergarten erwartet. Nach dem Motto „Von starken Frauen für starke Frauen“ setzen die Teilnehmerinnen ein Zeichen der Solidarität für an Krebs erkrankte Frauen. Ein Euro des Teilnahmebeitrags geht bei Deutschlands größtem Charity-Frauenlauf an die Berliner Krebsgesellschaft e.V. und kommt krebsbetroffenen Frauen in finanzieller Not zugute.

Mit den Spenden werden auch an Krebs erkrankte Frauen aus der Ukraine unterstützt, die nach Berlin geflüchtet sind. Dafür setzt sich Tetjana Kuzina ein, die 2006 den Rom-Marathon gewann und Zweite beim New-York-Marathon wurde. Nach der Karriere baute sie mit ihrem Mann Alexander Kuzin, ebenfalls ein erfolgreicher Marathonläufer, nicht nur einen Laufklub für Nachwuchsathleten und Spitzenläufer in Kiew auf, sondern auch eine landesweite Laufveranstaltung. Der „Vyshyvsnka Run“ wird seit 2014 am Unabhängigkeitstag der Ukraine am 24. August in allen großen Städten ausgetragen.

Nun musste Tetjana Kuzina mit ihren zwei Kindern aus der Ukraine flüchten. Sie kam in Magdeburg unter. Ihr Mann blieb, wie so viele Athleten des Laufklubs, in der Ukraine. Beim Frauenlauf Berlin geht Kuzina mit Deutschlands früherer Vorzeige-Marathonläuferin Irina Mikitenko über fünf Kilometer an den Start. SCC Events plant eine Partnerschaft mit Kuzinas Laufklub, um dessen Wiederaufbau in Kiew zu unterstützen. In Rabea Schöneborn, Christina Gerdes und Lisa Hahner werden drei Spitzenathletinnen aus dem Marathon-Team Berlin im Hauptlauf (Start: 18 Uhr) über zehn Kilometer um den Sieg kämpfen.

S 25 – Deutschlands ältester City-Lauf

Am Sonntag ab 10 Uhr starten dann etwa 7000 Aktive beim S 25 Berlin, Deutschlands ältestem City-Lauf. Vom Platz vor dem Olympiastadion geht es an der Siegessäule vorbei Richtung Brandenburger Tor, Gendarmenmarkt, Potsdamer Platz, Kurfürstendamm, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Funkturm. Mit dabei ist Rabea Schöneborns Zwillingsschwester Deborah, die den schnellen 25-Kilometer-Lauf als Vorbereitung auf den Marathon bei der Europameisterschaft in diesem Sommer in München nutzen will. Das Ziel befindet sich mitten im Berliner Olympiastadion.

Auf dem Stadiongelände organisieren die Veranstalter erstmals ein Lauf-Festival. „Der S 25 ist mehr als ein Lauf. Wir wollen vor, während und nach dem Lauf neue Angebote für die ganze Familie, für Freunde und Angehörige schaffen“, sagt Renndirektor Martin Seeber. Auf der Aktionsmeile wird die Bestzeiten-Glocke geläutet, „Istaf macht Schule“ präsentiert sich. Die zwei Tage sollen beweisen: Berlin läuft.