Berlin - Wer noch einen Beweis dafür brauchte, dass Play-offs noch einmal etwas ganz anderes sind als eine Hauptrunde, der musste nur einen Blick auf die Ergebnisse vom Dienstagabend werfen. Da unterlagen die Bullen aus München deutlich mit 1:4 gegen Ingolstadt, da mussten sich die Adler aus Mannheim knapp mit 2:3 gegen Straubing geschlagen geben und da verloren die Eisbären aus Berlin ihr Auftaktspiel gegen Iserlohn. „Es ist ärgerlich. Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt“, sagte Eisbären-Kapitän Frank Hördler nicht nur für die eigene Mannschaft, sondern auch irgendwie für Mannheim und München.

Die großen Drei müssen am Donnerstag gewinnen

Die großen Drei der vergangenen Jahre, die großen Anwärter auf den Meistertitel in dieser Corona-Saison, stehen plötzlich vor dem frühzeitigen Aus. Der Heimvorteil, den sie sich mit ihren Leistungen in der Hauptrunde erspielt haben, ist mit diesen Auftaktniederlagen verpufft, plötzlich stehen sie am Donnerstagabend (19.30 Uhr, Magentasport) unter Druck, müssen ihre Auswärtsspiele gewinnen, damit die Saison nicht fix vorbei ist. Besonders die Eisbären ärgerten sich über das Zustandekommen dieser Niederlage: Dreimal hatten sie in Führung gelegen, dreimal kassierten sie den Ausgleich und wurden nervös. Zudem war „die Disziplin nicht annähernd so, wie sie in den Play-offs sein müsste“, sagte Serge Aubin. Der Eisbären-Trainer musste zu viele Zeitstrafen seiner Mannschaft sehen und ärgerte sich darüber. „Wir haben zweimal mit drei gegen fünf gespielt – für insgesamt dreieinhalb Minuten. So gewinnt man keine Eishockeyspiele“, sagte Aubin. Nein, so kassiert man eben noch knapp eine Minute vor dem Ende das 3:4.

Während sich Iserlohn nicht nur in dieser Szene vor dem Tor von Mathias Niederberger sehr effektiv präsentierte, fehlte den Berlinern oft die Präzision im Angriff. „Wir haben ein bisschen zu viel gewollt und es zu viel mit der Brechstange versucht“, sagte Frank Hördler. Der Kapitän lobte hingegen das Spiel der Iserlohner: „Die haben ein rundes Spiel gemacht, solide, einfach – genau so, wie wir es vorhaben und machen müssten.“

Im zweiten Spiel nun heißt es siegen oder fliegen. Wollen die Eisbären tatsächlich weiter im Rennen um den Titel bleiben, müssen sie am Donnerstag in Iserlohn gewinnen. Keine 48 Stunden nach der Heimniederlage sollten die Eisbären ihr Gesicht aus der Hauptrunde zeigen. „Wir müssen uns tatsächlich zwingen, alles einfach zu halten, viel zu arbeiten“, sagt Frank Hördler, „theoretisch so wie Iserlohn. Und über die Zeit müssen wir unser Spiel durchbringen. Am Ende geht es darum, wer die wenigsten Fehler macht.“

Mark Zengerle ist optimistisch

Mark Zengerle, der nach zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, ist jedenfalls optimistisch: „In der Kabine ist jeder nach der Niederlage enttäuscht. Aber wir sind da davon überzeugt, dass wir die nächsten beiden Spiele gewinnen und in die nächste Runde einziehen.“ Den Weg dorthin aber haben sich nicht nur die Eisbären, sondern auch die Münchner Bullen und Mannheimer Adler etwas einfacher vorgestellt. Ihren Heimvorteil aber können sie sich mit einem Erfolg am Donnerstagabend zurückholen. Auf diesen Umweg hätten sie sicher gerne verzichtet. Aber so sind eben die Play-offs.