Berlin - Diese Nachricht ist ein Zeichen für viele: Der Berlin-Marathon könnte am 26. September als Pilotprojekt mit bis zu 35.000 Läuferinnen und Läufern starten. Entsprechende Planungen in Kooperation mit dem Berliner Senat hat Veranstalter SCC-Events am Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt. Zu dem Pilotprojekt zählen zwei weitere Laufveranstaltungen, die bereits im Sommer geplant sind: Am 31. Juli soll auf dem Kurfürstendamm ein 10-Kilometer-Rennen starten, der Berliner Halbmarathon ist für den 22. August geplant.

Umfangreiches PCR-System

Das Zeichen gilt vor allem den Läufern, die während der Pandemie nirgendwo ihre Schuhe schnüren und bei Wettkämpfen gegeneinander antreten konnten. Es gilt den kleinen und großen, vom Verschwinden bedrohten Laufwettbewerben überall in Deutschland, für die es zuletzt die Online-Petition „Rettet unsere Läufe“ gegeben hatte. Es bedeutet auch, dass wohl bald wieder die blau-weißen Fahnen mit den Läufern an den Laternenmasten entlang der Strecke wehen und dass Wahrzeichen der Stadt wie das Brandenburger Tor ins Fernsehbild und damit ins internationale Bewusstsein gerückt werden können.

„Wir wollen diese Pilotprojekte starten und bereiten sie vor. Denn wir wollen eine schrittweise Öffnung der Normalität. Das aber muss man rechtzeitig testen. Wir müssen uns auf den Weg machen, um Zukunft möglich zu machen“, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel. Der für den Sport zuständige Senator warnte aber auch: „Es gibt keine Sicherheit, dass der Berlin-Marathon stattfinden kann, aber die Wahrscheinlichkeit ist da. Wenn die Inzidenzwerte weiter sinken, ist eine Zulassung des Pilotprojektes denkbar.“

Klar ist: Nicht nur die Marathonprofis und Laufamateure würden von den Veranstaltungen profitieren, wieder ein Ziel haben, auf das sie hintrainieren können. Nicht nur der SCC Events GmbH, die während der Pandemie viele Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste, wäre geholfen. An so einer Laufveranstaltung hängen viele weitere Branchen: Messebauer, Caterer, Gastronomen. In den vergangenen Jahren ist zudem die Berliner Hotellerie am Marathon-Wochenende immer zu 100 Prozent ausgelastet gewesen. „Jeder hat vom Berlin Marathon profitiert“, sagt Jürgen Lock, der Geschäftsführer der SCC Events GmbH.

Die vom Veranstalter vorgestellten Hygiene-Konzepte bewertete Geisel als „für die Läufer sehr sicher“. Wie Lock erläuterte, wird ein umfangreiches PCR-Testsystem eingerichtet für jene Läufer, die noch nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind oder aufgrund einer überstandenen Erkrankung Antikörper haben.

10.000 Läufer weniger als zuletzt im Berliner Feld geplant

Per Livestream war der Pressekonferenz Marcel Altenburg zugeschaltet - als Crowd Management Experte der Manchester Metropolitan University. Er ist bei den weltweit größten Top-Sportveranstaltungen mitverantwortlich für das sichere Leiten von Personenströmen. Er wird auch in Berlin mitarbeiten. „Seit Herbst 2020 begleiten wir mit der Universität mehr als 50 Veranstaltungen weltweit. Alle Events waren erfolgreich und wurden im Nachhinein als sicher bewertet. Hierbei zeigt sich vor allem der enorme Einfluss, den Veranstalter in einer kontrollierten Umgebung auf Menschenbewegungen haben können“, erläuterte er.

„Wir gehen davon aus, dass bis Ende September mindestens 50 Prozent der Teilnehmer geimpft sind“, sagte Lock, der auch aufgrund von möglicherweise weiterhin geltenden Reisebeschränkungen mit einer Teilnehmerzahl zwischen 30.000 und 35.000 für den Marathon plant. Das sind gut 10.000 Menschen weniger als zuletzt 2019.

Pilotprojekte im Berliner Spitzensport haben funktioniert

Für die anderen Veranstaltungen wurden keine Teilnehmerprognosen genannt. Bei dem 10-km-Lauf ist aber wohl mit einer vierstelligen Zahl zu rechnen, beim Halbmarathon mit einer fünfstelligen.

Für Zuschauer soll es an einzelnen Punkten wie dem Ziel sichere Bereiche geben, die nicht frei zugänglich sein werden. In Berlin gab es in den vergangenen Wochen bereits Pilotprojekte mit Zuschauern im Spitzensport. Unter anderem bei den BR Volleys, beim 1. FC Union und bei Albas Basketballern hat alles gut funktioniert.