Benjamin Patch von den Berlin Volleys wäre gerne mit seinem Verein beim Finalturnier der Champions League dabei.
Foto: Jürgen Engler

Berlin-MitteWer das Hotel Adlon als Veranstaltungsort wählt, hat Großes vor. Das bestätigte sich auch am Donnerstag, als der Europäische Volleyball-Verband (CEV) und die BR Volleys gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), der Stadt Berlin sowie der Volleyball-Bundesliga (VBL)   im edlen Fünfsternehaus davon berichteten, dass die Champions-League-Endspiele auch 2020 in der Berliner Max-Schmeling-Halle ausgetragen werden. Die deutsche Hauptstadt ist damit nach 2015 und 2019 zum dritten Mal Ausrichter der Finals des wichtigsten europäischen Klub-Wettbewerbs, 2019 erstmals im geänderten Modus, nach dem die Frauen und Männer an einem Tag und an einem Ort ihre Sieger küren.

„Wir setzen auf ein kurzes, aber dafür starkes Event. Mit der Premiere waren wir sehr zufrieden, aber wir wollen uns natürlich immer weiter verbessern“, sagt CEV-Präsident Aleksandar Boricic. Im Mai dieses Jahres waren die Tickets innerhalb weniger Wochen ausverkauft – trotz fehlender deutscher Beteiligung. Auch 2020 ist trotz aller Volleys-Ambitionen ein Finaleinzug einer deutschen Mannschaft nicht zu erwarten, stattdessen gehören Teams aus Russland, Italien, der Türkei oder Polen zum Kreis der Favoriten. Dass im Frühjahr mehr als die Hälfte der Besucher in diesem Jahr nicht aus Deutschland kam, zeigt aber, dass das dem Erfolg der Veranstaltung nicht im Weg steht. Berlin zieht.

Die BR Volleys wollen von Events profitieren

Nach dem Olympia-Qualifikationsturnier, das Anfang Januar 2020 stattfindet, ist es die zweite internationale Volleyball-Veranstaltung, die in der Hauptstadt ausgetragen wird. „Wir brauchen solche Großevents in Deutschland, um den Volleyball in Deutschland weiterzuentwickeln“, bekräftigt René Hecht, Präsident des DVV. Davon wollen auch die BR Volleys profitieren, die erneut an der Organisation des Events beteiligt sein werden. „Das zeigt das Vertrauen in unsere Fähigkeiten“, betont Kaweh Niroomand, der außerdem eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den Klubs lobte. „Die Entscheidung fiel aber erst vor zehn Tagen, die Arbeit geht erst jetzt richtig los.“

Langfristig diskutiert der CEV weitere Formatänderungen, so sollen größere Gruppen den Klubs weitere Vermarktungsmöglichkeiten bieten. „Jeder erkennt die Schuhe von Neymar, Messi und Ronaldo, Volleyball-Weltmeister werden auf der Straße nur selten erkannt“, sagte Boricic, um dann ein weiteres Bild zu bemühen: „Wir wollen Volleyball wie einen Weihnachtsbaum organisieren, die vielen Lichter werden zur Spitze hin immer weniger. Wir wollen, dass der Volleyball das ganze Jahr über eine Weihnachtsparty feiert.“ Wie momentan im Hotel Adlon, in dem zwei glitzernde Weihnachtsbäume und viele Lichterketten für vorweihnachtliche Atmosphäre sorgen.