Bild aus besseren Tagen: Thomas Häßler 2018 als Trainer von Berlin United.
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BerlinDie Vereinsführung von Berlin United hat die Mannschaft aus der Berlin-Liga abgemeldet. Es konnte kein wettbewerbsfähiges Team mehr gestellt werden. Ein potenzieller Investor, Trainer Jörg Goslar und Kaderplaner Alexander Klitzpera hatten sich schon zurückgezogen. Die Mannschaft stand nach sechs Spieltagen mit null Punkten und 5:37 Toren auf dem letzten Tabellenplatz. Alle sechs Niederlagen gegen Türkspor, Rudow, Croatia, Marienfelde, Brandenburg 03 und Novi Pazar werden aus der Wertung genommen, sodass sich das Tabellenbild verändert. Der 2. Vorsitzende Giovanni Bruno erwägt, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Der Niedergang begann mit dem Rückzug des Präsidenten Stefan Teichmann. Der war mit großen Ambitionen gestartet. Der Weg des Vereins wurde von der Konkurrenz meist argwöhnisch beäugt.  Den Satz vom „FC Bayern der Berlin-Liga“ ließ Teichmann nicht gelten, er sagte: „Wir liegen mit unserem Budget nur im oberen Drittel der Liga, nicht mehr.“ Nun erklärte er zum Thema Finanzen: „Alle Spieler, die zu uns gekommen sind, haben kein Handgeld bekommen und sind somit nicht wegen des schnellen Geldes gekommen. Es gab einen Spirit bei Berlin United.“ Doch außer Visionen fehlte dem Verein noch viel, um schnell voranzukommen.

Mit der drohenden Insolvenz ist ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht. Berlin United reiht sich somit ein in vergleichbare Projekte, die angestoßen wurden, um in Berlin zur Nummer drei aufzusteigen. Aktuell versucht der Berlin-Ligist Novi Pazar, mit Unterstützung des ehemaligen Hertha-Profis Ronny den Sprung nach ganz oben zu schaffen.