Berlin - Das war natürlich kein normales Bundesligaspiel, das war ein besonderes Stück Fußballtheater, das da am Sonnabend zwischen 18.30 Uhr und 20.30 Uhr im Stadion An der Alten Försterei zur Aufführung kam. Mit einem Publikum, das dem Geschehen auf dem Rasen einen prächtigen, für ein paar Minuten auch düsteren Rahmen schenkte. Hier die zahlenmäßig überlegenen, rot-weißen Fans des 1. FC Union, die sich bei ihrer Choreographie von der Symbolik der antiken griechischen Tragödie inspirieren ließen. Dort die Anhänger von Hertha BSC, die ihre Kurve mit entsprechenden Capes in einen blau-weißen Schreiköper verwandelten. Mit Akteuren auf der grünen Bühne, die im ersten Bundesligastadtderby zwischen diesen beiden Klubs trotz aller Aufregung das Fußballspielen nicht vergaßen.

Wobei das bessere Ende doch tatsächlich der Aufsteiger aus Köpenick für sich hatte. Und das durch einen von Sebastian Polter verwandelten Strafstoß in der 86. Minute, der doch ein wenig zweifelhaft und deshalb das Thema des Abends war, ach was, das Thema der kommenden Tage sein dürfte. Hatte Herthas Dedryck Boyata in der entscheidenden Szene Unions Christian Gentner tatsächlich beim Torschuss gehindert oder erst nach Gentners Torschussaktion berührt? Schiedsrichter Deniz Aytekin wollte auch nach Videostudium nicht von seiner Einschätzung abweichen, gab Polter die Chance zum Heldentum. Und Unions Publikumsliebling überwand Herthas Keeper Rune Jarstein tatsächlich mit Wucht und Wille. Hertha-Coach Ante Covic sagte: „Schwierig zu bewerten. Ich habe mich mit dem Schiedsrichter später noch mal ausgetauscht. Er hat mir das noch mal erklärt. Wirklich eine bittere Entscheidung für uns und ein bitterer Abend für uns.“

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