Zwei, die in der kommenden Saison der Regionalliga Nordost für Tore sorgen wollen: Benjamin Förster (l.) vom BFC Dynamo und Berk Inaler von der VSG Altglienicke.
Foto: Patrick Skrzipek

BerlinSieben Berliner Fußballklubs sowie einer aus dem Brandenburger Umland treten diese Saison in der Regionalliga Nordost an. Hier ein Faktencheck der Berliner Zeitung:

VSG Altglienicke

Die Lage: Die VSG musste wegen der Quotientenregel dem 1. FC Lok Leipzig in der abgebrochenen Saison 2019/20 Platz eins überlassen. Der Frust über diese Entscheidung ist überwunden. Trotz der besten Spielzeit der Vereinsgeschichte gab es im Sommer zahlreiche personelle Veränderungen (elf Ab-, zwölf Zugänge). Im Halbfinale des Berliner Pokalwettbewerbs deklassierte man den BFC Dynamo mit 5:1.

Die Ziele: Gewinn des Berliner Pokals im Finale am 22. August gegen Viktoria 89. Etablierung in der Spitze der Regionalliga.

Der Trainer: Karsten Heine, 65, ist seit Sommer 2019 bei der VSG unter Vertrag, war viele Jahre Coach beim 1. FC Union sowie den Profis und den Amateuren von Hertha BSC.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: Platz 15; 2018/19: Platz 14; 2019/20: Platz 2.

Tennis Borussia

Die Lage: Im dritten Anlauf schaffte Tennis Borussia den Aufstieg in die Regionalliga. Dabei endete während der Saison die Ära des umstrittenen Vorsitzenden und Hauptsponsors Jens Redlich. Aufstiegstrainer Dennis Kutrieb hat Berlin verlassen und übernimmt den englischen Fünftligisten Ebbsfleet United. TeBe geht mit einem jungen Team in Liga vier, das offensiven, schnellen Fußball bieten will.

Das Ziel: Der Klassenerhalt.

Der Trainer: Markus Zschiesche, 38, ist seit Juni 2020 im Amt und trainierte zuvor die U19 von Energie Cottbus. 2017/18 war er Coach des BAK. Als Spieler war er u. a. beim 1. FC Union Berlin aktiv.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 2. (Oberliga), 2018/19: 2. (Oberliga), 2019/20: 1. (Oberliga).

Lichtenberg 47

Die Lage: Als Neuling hatte die Mannschaft, bei der alle Spieler einem Beruf nachgehen oder studieren, in der Vorsaison positiv überrascht und attraktiven Fußball geboten. Das zweite Jahr wird ungleich schwerer, glaubt man bei 47. Der wichtige Angreifer Thomas Brechler hat sich Tasmania angeschlossen, Lichtenberg zahlreiche junge Talente verpflichtet. Auf Schlüsselpositionen spielen erfahrene Kicker. Der Kollektivgeist wird wieder der Trumpf sein müssen.

Das Ziel: Klassenerhalt

Der Trainer: Uwe Lehmann, 38, geht in seine achte Saison bei Lichtenberg 47 und gehört damit zu den dienstältesten Trainern der Liga. Er war zuvor Spieler bei 47.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 3. (Oberliga), 2018/19: 1. (Oberliga), 2019/20: 11.

BFC Dynamo

Die Lage: Der BFC war optimistisch in die Saison gestartet, erlitt aber zum Auftakt gegen Altglienicke beim 1:5 eine heftige Pokalniederlage. Der schwache Auftritt sollte laut Trainer Benbennek sofort aufgearbeitet werden. Fast alle Leistungsträger wurden gehalten. Durch die Torjäger Matthias Steinborn (von Lok Leipzig) und Benjamin Förster (von Altglienicke) steigt die Qualität.

Das Ziel: Nach zuletzt Platz 6 ein Rang unter den ersten Fünf.

Der Trainer: Christian Benbennek, 47, ist seit Juni 2019 beim BFC, trainierte zuvor den TSV Havelse, SV Babelsberg und die U19 des VfL Wolfsburg.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 4., 2018/19: 12., 2019/20: 6. 

Hertha BSC II

Die Lage: Herthas U23 gefiel in der Vorsaison oft mit offensivem, teils spektakulärem Fußball. Das Team ist aber nur selten eingespielt, da Spieler zu den Profis hochgezogen werden oder verletzte Profis Spielpraxis in der Regionalliga sammeln. 

Die Ziele: Guten Fußball bieten, Spieler weiterentwickeln, ein oder zwei davon sollten den Sprung zu den Profis schaffen.

Der Trainer: Andreas „Zecke“ Neuendorf, 45, hat die U23 im Juli 2019 übernommen. Der frühere Bundesligaprofi (Hertha, Bayer Leverkusen) trainierte vorher Herthas U17. Er absolviert gerade den Trainer-Lehrgang beim DFB.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 8., 2018/19: 4., 2019/20: 5.

Viktoria 89

Die Lage: Viktoria scheint gut gerüstet, gewann sämtliche Vorbereitungsspiele. Im Halbfinale des Berliner Pokals setzte sich das Team mit 3:0 gegen den Berliner SC durch und steht erneut im Endspiel. Die zuletzt mangelnde Offensivkraft wurde mit etlichen Zugängen verbessert.

Die Ziele: Besser als zuletzt Rang 8. Pokalsieg am 22. August gegen Altglienicke. Viktoria ist Cupverteidiger.

Der Trainer: Der Deutsch-Italiener Benedetto Muzzicato, 41, ist seit Juni 2019 bei Viktoria im Amt. Er kam von BSV Rehden.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 13., 2018/19: 11., 2019/20: 8.

Berliner AK

Die Lage: Der BAK war in die Spielzeit 2019/20 mit großen Ambitionen gestartet, durchlebte aber nach furiosem Beginn eine schwierige Zeit mit Trainerwechsel. Dirk Kunert, der Ersan Parlatan ablöste und die Mannschaft stabilisierte, sollte das Team in der neuen Saison führen. Er unterschrieb aber kurzfristig bei Drittliga-Absteiger Jena. Dennoch wird der ehrgeizige Präsident Mehmet Ali Han für eine gute Mannschaft sorgen.

Das Ziel: Mittelfeldplatz

Der Trainer: Andre Meyer, 36, ist erst seit Juli 2020 im Amt. Er war zuvor Co-Trainer seines Bruders Daniel beim Zweitligisten Erzgebirge Aue.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 3., 2018/19: 2., 2019/20: 7. 

SV Babelsberg 03

Die Lage: Die Babelsberger, die ständig unter finanziellen Problemen leiden, wären beinahe abgestiegen. Wegen Corona gab es keine Absteiger. Während der Spielzeit musste Trainer Marco Vorbeck gehen, Predrag Uzelac kam. Zwölf Spieler gingen, sechs sind bislang neu.

Das Ziel: Klassenerhalt

Der Trainer: Predrag Uzelac, 54, ist seit Januar 2020 im Amt. Er war Chefscout bei den Würzburger Kickers und Trainer beim VfB Oldenburg.

Die Bilanz der letzten drei Jahre: 2017/18: 5., 2018/19: 7., 2019/20: 16.