BerlinAm Sonntag ist Mattias Zachrisson beim 35:28-Sieg der Füchse gegen die HSG Wetzlar offiziell verabschiedet worden. Manch einer hatte während der Zeremonie wohl einen Klos im Hals. Sieben Jahre lang war der Schwede ein wichtiger Mann im Füchse-Kader. Nun muss der Rechtsaußen, dessen Geburtsort Huddinge klingt wie ein Ikea-Produkt, seine Handballkarriere im Alter von 30 Jahren beenden. Seine Schulter macht nicht mehr mit. Seit Sommer 2019 leidet Zachrisson an einer Verletzung im linken Wurfarm. Der Knorpel ist kaputt. „Meine Schulter ist so schlecht, ich kann keinen Handball werfen“, sagte er im Füchse Podcast „Reviergeflüster“.

In diesem Januar unterzog sich Zachrisson einer zweiten Operation in Berlin. Die Ärzte sagten ihm, um die Schulter stehe es so schlimm, dass er in zehn, fünfzehn Jahren eine Schulterprothese benötigen werde. Als er im Sommer ins Trainingslager der Füchse im Spreewald kam, merkte er: Unter Belastung kommen die Schmerzen wieder. „Die letzten Monate“, sagt Zachrisson, seien für ihn sehr schwer gewesen. Er sei viel allein gewesen in seiner Berliner Wohnung, habe viel nachgedacht, viel geweint. Schließlich sei der Handball 15 Jahre lang sein Beruf gewesen. Er habe 14 Monate lang dafür gearbeitet, zurückzukommen.

Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar erzählte, das emotionalste Gespräch dieses Jahr habe er mit „Zacke“ gehabt, als der ihm „unter Tränen mitteilte, dass er wohl nie wieder Handballspielen könne“.

Zachrisson war 2013 vom schwedischen Team Eskilstuna Guif nach Berlin gewechselt. Mit den Füchsen gewann der Mann, der seine langen Haare manchmal offen, meist aber streng zum Zopf gebunden trägt, je zweimal den EHF-Cup (2015, 2018) und die Klubweltmeisterschaft (2015, 2016). In 162 Bundesligapartien warf er 463 Tore. Mit Schwedens Nationalteam gewann er neben Olympia-Silber 2012 auch EM-Silber 2018.

„Zacke hatte nur zwei Profivereine in seiner Karriere, ist sieben Jahre bei uns in Berlin und hätte auch noch die nächsten Jahre für uns gespielt“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning. „Er ist ein großartiger Mensch und ein großartiger Sportler. Er wird immer im Herzen der Füchse Berlin ein wesentlicher Bestandteil bleiben.“

Nun, da die Entscheidung, die Karriere zu beenden gefallen ist, es kein Hin und Her, keine Zweifel mehr gibt, fühle er sich besser, sagt Zachrisson. „Jetzt kommt ein neues Leben.“ Das will er in Schweden verbringen. Er kann sich vorstellen, dort, ähnlich wie Kretzschmar in Berlin, als Sportvorstand oder Manager eines Handballklubs zu arbeiten.