„Es ist klar, dass es ein besonderes Spiel für mich ist.“ Bobby Wood, der US-Amerikaner in Diensten des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin, ist vor dem Duell gegen seinen alten Club hochmotiviert. Zuletzt beim 2:2 in Kaiserslautern hatte Wood bereits sein achtes Saisontor markiert - und auch seinen Ex-Club 1860 München will der Stürmer am Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel der „Eisernen“ gegen 1860 München nicht schonen.

Von Sommer 2007 bis Ende 2014 spielte der in Honolulu geborene Wood bei den Münchnern. Dort schaffte er auch den Sprung zu den Profis. Als „Löwe“ erlebte er sein Debüt in der US-Nationalelf. „Aber jetzt bin ich bei Union. Es geht um wichtige Punkte für uns“, sagte Wood.

Das Ende bei 1860 München war für Wood und seinen Ex-Verein weniger schön. Nachdem er aus dem Profikader verbannt worden war, ließ sich Wood zur Rückrunde 2014/15 nach Aue ausleihen. Nach dem Abstieg der Erzgebirgler wollte Wood auf keinen Fall zu 1860 zurück. Die Siegtreffer in den Länderspielen der USA gegen die Niederlande (4:3) und Weltmeister Deutschland (2:1) machten Wood auch für Erstliga-Vereine interessant.

"Jürgen Klinsmann ein cooler Typ"

Doch Wood entschied sich auch auf Anraten von US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann und hinsichtlich der Chancen auf mehr Spielpraxis für Union. Rund 800.000 Euro soll die Ablöse betragen haben. „Jürgen Klinsmann ein cooler Typ. Er hilft mir sehr. Es macht immer Spaß mit ihm“, sagte Wood. Sein großer Traum ist es, mit den Vereinigten Staaten an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Dazu muss er aber weiter seine Hausaufgaben bei Union machen. Seinen persönlichen Torrekord baute er weiter aus. 2012/13 und 2014/15 hatte Wood für 1860 München beziehungsweise Erzgebirge Aue in einer ganzen Saison jeweils drei Tore in Liga zwei erzielt. Nun ist er bei acht. In der 2. Bundesliga steht er damit auf Position vier. „Ich werde schon über zehn Tore schaffen. Das ist mein Ziel.“

So populär wie sein Vorgänger Sebastian Polter, der in der Vorsaison 14 Mal für Union getroffen hatte, ist der eher introvertierte Wood noch nicht. Aber er ist auf Polters Spuren. Wood scheint unter Trainer Sascha Lewandowski aufzublühen. „Vom Union-Coach habe ich schon viel gelernt. Er sieht jede Kleinigkeit auf dem Platz. Es macht Bock, jeden Tag bei ihm zu lernen“, sagte Wood.