Kein Ausruhen auf seinem Status als Nummer eins: Rune Jarstein soll Konkurrenz bekommen.
Foto: Matthias Koch

Berlin-CharlottenburgBruno Labbadia amüsierte sich. Die vielen Namen, die beinahe in jeder Woche genannt werden, wenn es um einen neuen Torwart für Hertha BSC geht, wollte der Cheftrainer nicht kommentieren. Er lachte und sagte: „Das sind einfach zu viele!“

Fakt ist: Hertha wird noch einen neuen Keeper verpflichten, möchte die Hierarchie der kleinen Gruppe der Torhüter verändern. Rune Jarstein, 35, wird weiter als Nummer eins in die neue Saison gehen, mit Nils Körber, 23, kam ein Eigengewächs nach Jahren der Ausleihe an den VfL Osnabrück zurück nach Berlin und soll als Nummer drei agieren. Nachdem Jarstein-Konkurrent Thomas Kraft mit 31 Jahren seine Karriere beendet hat, wird ein Profi gesucht, der den Norweger Jarstein antreibt. Der spielte zuletzt nur eine durchwachsene Saison. Labbadia wurde auf Nachfrage doch noch konkreter und sagte: „Wir suchen keine Nummer zwei, sondern einen Konkurrenten. Wir wollen Konkurrenzkampf auf allen Positionen.“ Weiter der Chefcoach: „Es wäre natürlich gut, wenn der neue Keeper deutschsprachig ist, stark in den spezifischen Dingen des Torwartspiels auftritt und auch gut Fußball spielen kann.“

Viele Namen kursierten bislang – von Loris Karius (FC Liverpool) über Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), Yvon Mvogo (RB Leipzig) bis zum Schweizer Gregor Kobel. Dem hatte Hertha sogar ein konkretes Angebot unterbreitet. Doch der 22-Jährige ist sich nun mit dem VfB Stuttgart einig geworden, wohin er von der TSG Hoffenheim ausgeliehen war.

Doch egal, wie der Neue heißen wird, er muss sich – wie alle anderen geplanten Zugänge auch – auf lange Tage auf dem Vereinsgelände einstellen. Bruno Labbadia möchte seine Profis um sich haben, damit er intensiv arbeiten kann. Er hat aus verschiedenen Gründen auf ein Trainingslager verzichtet. Das sei teuer und unter den aktuellen Hygienevorschriften logistisch schwer zu bewältigen. Dafür wolle man aber adäquate Bedingungen auf dem eigenen Vereinsgelände.

Labbadia hatte seinen Profis beim Trainingsstart eine Geschichte erzählt, wo es um Eigenverantwortung ging. Zwei Mitarbeiter des Vereins, die er namentlich nicht nannte, haben optimale Strukturen für die Spieler geschaffen. „Sie hatten 52 Aufgaben von uns gestellt bekommen, haben alles geschafft und dabei 13 Nachtschichten eingelegt.“ Herthas Profis sollen sehen, was alles für sie auf die Beine gestellt wird. Nun gibt es zum ersten Mal auch Schlafplätze für alle, damit zwischen den Übungseinheiten auf dem Gelände Mittagsruhe gehalten werden kann. Am Dienstagabend kam die verspätete Lieferung der Matratzen an. Labbadia: „Bis zum Saisonstart werden wir viele Tage hier verbringen, mit gemeinsamen Frühstück, Training, Mittagessen und Mittagsruhe.“

Labbadias Plan steht: „Die nächsten zwei, drei Wochen wird intensiv trainiert, danach gibt es einen Cut von vier bis fünf Tagen Erholung mit Hausaufgaben für die Profis, ehe wir an die Details gehen.“ Es scheint sicher, dass sich Jarstein, Tousart, Cunha oder Boyata bald nach ihren neuen Schlafplätzen sehnen werden.

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