Letzte Spieltage sind im Sport auch immer der Anlass, um Abschied zu nehmen. Spieler und sportlich Verantwortliche können sich noch einmal von den Fans verabschieden, bekommen, wie Rudi Völler in Leverkusen und Michael Zorc in Dortmund, noch einmal eine große Choreografie zu ihren Ehren von den Anhängern zu sehen. Klar, gibt es auch immer wieder Fälle, wie den von Robert Lewandowski in München, wo ein Abschied im Raum steht, aber noch keine Entscheidung gefallen ist. Und dann gibt es seit dem vergangenen Bundesligaspieltag mit Adi Hütter und Markus Weinzierl zwei Trainer, die ihren Abschied aus Mönchengladbach und Augsburg kurzerhand nach dem letzten Spiel ihrer Teams vor den TV-Kameras verkünden, ohne diese Kommunikation mit ihren Vereinen abzustimmen.

Zumindest der von Hütter hatte sich im Laufe der Saison angekündigt. 7,5 Millionen Euro hat sich Borussia Mönchengladbach vor der Saison die Dienste des zuvor in Frankfurt so erfolgreichen Österreichers kosten lassen. Nach einer enttäuschenden Saison wurde das große Missverständnis beendet. Beide Seiten einigten sich auf das Ende der Zusammenarbeit, wie Hütter nach dem abschließenden 5:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim erzählte, um möglichen Spekulationen zuvorzukommen. Die gab es dann aber doch gleich wieder nach Bekanntwerden dieser Entscheidung. Kommt es nun etwa zur Rückkehr von Lucien Favre? Der Name des Schweizers löst rund um den Borussia-Park jedenfalls große Begeisterung aus. Schließlich hatte Favre die Borussia einst in einer schier aussichtslosen Lage gerettet und anschließend nach Europa geführt.

Sportlich etwas anders gelagert war der Fall Markus Weinzierl. Der hatte Augsburg zwar zum Klassenerhalt geführt, fehlende Wertschätzung seitens der sportlichen Führung aber veranlassten ihn, selbst die Konsequenzen zu ziehen. Der Trainer kündigte nach dem 2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth seinen Abschied als Trainer des FC Augsburg an. Es sei ein „klares Zeichen“ gewesen, dass es vor dem letzten Spieltag noch keine Unterredungen über die Zukunft gegeben habe, befand Weinzierl und stellte Manager Stefan Reuter vor vollendete Tatsachen. Das Verhältnis mit dem Weltmeister von 1990 war offensichtlich nicht das beste, auch wenn Reuter „nicht den Eindruck“ hatte. Der Manager muss mal wieder auf Trainersuche gehen.