Andor Bolyki war der Erste. Er wechselt zum Halleschen FC und spielt künftig dort, wo der BFC Dynamo hinwollte: in die Dritte Liga. Ist der Deutsch-Ungar der Dominostein, der bei den Fußballern aus Hohenschönhausen jetzt alles ins Rollen bringt? Der in der Relegation gegen Oldenburg gescheiterte Regionalliga-Nordost-Meister steckt im Umbruch. Und wenn Trainer Heiner Backhaus am 27. Juni zum Trainingsauftakt bittet, ist die Frage: Wie viel Meister steckt dann noch im Meisterteam?

Dem BFC droht das Schicksal vieler, die den Aufstieg knapp verpasst haben: Die Konkurrenz versucht sie zu fleddern. Weil sie oft zahlungskräftiger ist oder sportlich – wie im Fall Bolyki – höherklassig spielt. Fest steht: Dynamo wird in der Spielzeit 2022/23 von der Konkurrenz gejagt. So ist weiterhin die Frage, ob Backhaus weiter auf die Dienste von Torschützenkönig Christian Beck bauen kann.

Bleiben Beck und Steinborn beim BFC?

In den sozialen Medien kommentierte der Angreifer die Trennung von Meistertrainer Christian Benbennek zuletzt durchaus distanziert. Offenbar hat er sich noch nicht entschieden, ob er seinen Vertrag beim BFC verlängert. Offen ist zudem der Verbleib von Matthias Steinborn. Auch ihm soll der Trainerwechsel nicht behagt haben. Für die gesamte Ü30-Fraktion um Andreas Wiegel, Marcel Stutter, Sebastian Hertner und Michael Blum war Benbennek schließlich einst ein Grund, bei Dynamo anzuheuern.

Während in Hohenschönhausen noch etliche Personalfragen offen sind, startet Ligakonkurrent VSG Altglienicke bereits an diesem Sonnabend mit einem ersten Training und einem Testspiel gegen SG Grün-Weiss Baumschulenweg in die Vorbereitung auf die neue Saison. Tatsächlich hat der Tabellenvierte der vergangenen Regionalliga-Saison genau das erlebt, was dem BFC nun droht: einen ziemlichen Ausverkauf. Elf Spieler gingen, darunter etliche Leistungsträger.

So gaben schon Anfang des Monats die Brüder Johannes und Paul Manske, 22 und 20 Jahre alt, ihren Wechsel zum Drittligisten SV Meppen bekannt. Wobei Assistenztrainer Torsten Mattuschka über den Stürmer und den Mittelfeldspieler sagte: „Ein weiteres Jahr bei der VSG hätte den beiden gutgetan, um sich im Männerfußball zu entwickeln.“

In Christian Skoda, Berk Inaler und Christian Derflinger (zu Kickers Offenbach) haben weitere Kicker mit klingenden Namen den Verein verlassen. Dafür gibt Cheftrainer Karsten Heine künftig wieder etlichen jungen Spielern das Vertrauen: So kommt etwa in Mittelfeldspieler Benito Fritzsche, 18, ein U19-Talent der VSG in den Regionalliga-Kader, dazu Stürmer Ivan Glushchenko, 19, von Energie Cottbus. Abwehrmann Gordon Büch, 26, von Racing Luxemburg sowie Philip Fontein, 28, vom BAK gehören zu den routinierten Kickern unter den zehn VSG-Zugängen.