BHC-Talent Weidemann erwartet „Nervenkitzel“ bei Hockey-WM

Trotz ihrer erst 18 Jahre ist Linnea Weidemann bei der Hockey-WM eine der Stützen in der deutschen Abwehr. Die Berlinerin ist mit ihren zehn Länderspielen eine Senkrechtstarterin. Nun will sie mit dem Damen-Team auch ins Final Four.

Deutschlands Linnea Weidemann und Bundestrainer Valentin Altenburg jubeln nach dem Spiel.
Deutschlands Linnea Weidemann und Bundestrainer Valentin Altenburg jubeln nach dem Spiel.Frank Uijlenbroek/dpa/Archivbild

Amsterdam-Vor so einer Kulisse hat Linnea Weidemann noch nie gespielt. Dem WM-Viertelfinale am Dienstag (17.00 Uhr) gegen Neuseeland sieht die 18-Jährige dennoch gelassen entgegen, obwohl es das wichtigste Hockey-Spiel ihrer jungen Nationalmannschaftskarriere ist. „Der Nervenkitzel wird noch kommen, aber aktuell gehe ich das Spiel an wie jedes andere auch“, sagt die gebürtige Berlinerin. „Ich denke, dass ich am besten spiele, wenn ich alles andere ausblende“, fügte die Jüngste im deutschen WM-Kader vor dem Duell im niederländischen Amstelveen an.

Die Innenverteidigerin vom Berliner HC hat im vergangenen Jahr sowohl national wie international auf sich aufmerksam gemacht, so dass ihre WM-Nominierung für den Bundestrainer schon früh klar war. „Linnea war die erste Spielerin, die ich Anfang des Jahres auf meinen WM-Zettel geschrieben hab“, sagte Valentin Altenburg. „Sie hat eine sehr hohe Qualität im individuellen Verteidigen, eine große Ruhe und Übersicht im Aufbau und ist damit ein wesentlicher Bestandteil unseres Aufbauspiels sowie unserer defensiven Festung.“

Die Abiturientin ist im vergangenen Sommer mit der U19 Europameisterin geworden, darauf folgte im Februar diesen Jahres der deutsche Hallen-Meistertitel mit der U18 des BHC und im März das erste A-Länderspiel. Im April zog Weidemann mit den DHB-Juniorinnen ins Finale der U21-WM ein, ehe im Juni die Nominierung für die Damen-WM kam.

Anzeige | Zum Weiterlesen scrollen

„Das ist einfach mega-cool und unfassbar, was da im letzten Jahr alles passiert ist“, sagt die Senkrechtstarterin, die kürzlich ein Stipendium der Manfred und Reinhard von Richthofen-Stiftung erhalten hat. „Es hat schon einen Moment gebraucht, bis ich das alles realisiert habe.“

Charlotte Stapenhorst, die mit 131 Länderspielen erfahrenste Berlinerin im WM-Kader, beschreibt die angehende Physiotherapie-Studentin als „sehr angenehme Person“, die „super cool und unaufgeregt ihren Stiefel runterspielt“. Die Stürmerin der Zehlendorfer Wespen hebt ebenfalls die „Ruhe und Gelassenheit“ hervor, was „für eine 18-Jährige echt außergewöhnlich“ sei. Das Berliner WM-Trio wird durch Weidemanns BHC-Kollegin und Zimmerpartnerin Benedetta Wenzel komplettiert.

Weidemann, die drei ältere Brüder hat, träumt nun vom Einzug ins Final Four im spanischen Terrassa. Dazu muss jedoch Neuseeland in ihrem erst elften A-Länderspiel bezwungen werden. „Die Hoffnung ist groß und die Chance realistisch. Am Ende steht und fällt es mit unserer eigenen Leistung“, meint das BHC-Eigengewächs, deren Vater extra aus Berlin einreisen wird.