Berlin - Am Ostersonntag durfte, wer es mit den Eisbären hält, noch hoffen, dass es sich um einen Ausrutscher handelte. Ein 1:4 hatte da von der Anzeigetafel im Münchner Olympia-Eissportzentrum geleuchtet. Doch nach der zweiten Niederlage innerhalb von drei Tagen gegen den EHC Red Bull München, die am Dienstag mit 0:5 (0:2, 0:2, 0:1) noch aussichtsloser verfiel, kann die Analyse aus Berliner Sicht nur ergeben, dass trotz der Dominanz im Norden noch eine erhebliche Lücke besteht zur Spitze im Süden. Die Duelle mit Mannheim kommen ja erst noch, aber lassen angesichts derer bisherigen Auftritte nichts Gutes erwarten.

Eisbären kassieren Tor in eigener Überzahl

„Das Schöne ist, dass wir im nächsten Spiel wieder auf sie treffen“, hatte Simon Després vor dem Rückspiel gegen München gesagt. „Ich hoffe, sie sind bereit für uns, denn wir werden kommen.“ Allerdings war es einmal mehr die Mannschaft um den achtfachen Meistertrainer Don Jackson, die diesem Spiel den Stempel aufdrückte. Und zwar nicht erst nach einem vorherigen Rückstand, sondern von Beginn an. Derek Roy sorgte nach zehn Minuten für die Gästeführung.

Und den Eisbären wollte es so gar nicht mehr gelingen, in dieses Spiel hineinzufinden. 0:2 hatte es zur ersten Pause gestanden, 0:4 nach 40 Minuten. Selbst das in dieser Saison bislang so effektive Powerplay verpuffte völlig. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels fingen sich die Berliner in eigener Überzahl sogar den wohl bittersten Gegentreffer an diesem Abend. Ausgerechnet der so erfahrene Kapitän Frank Hördler leistete sich einen ganz schlimmen Fehler im Spielaufbau, Münchens Mathew Maione erzielte mit seinem zweiten Tor des Abends zum 4:0 das erste Münchner Unterzahltor dieser Saison.

Torwart Mathias Niederberger wirkte angefressen

EHC-Sportdirektor Stéphane Richer sagte im Pauseninterview bei Magentasport: „Von unserer Seite ist das kein gutes Spiel. Wir verlieren zu viele Scheiben, zu viele Zweikämpfe, sind zu weit weg von unserem Mann. Jetzt müssen die Jungs Gas geben und präsent sein.“ An eine echte Aufholjagd wird er dabei auch nicht mehr gedacht haben, aber zumindest hatte er auf einen positiven Eindruck zum Ende dieses sehr ernüchternden Vergleichs mit München gehofft. Mathias Niederberger war dabei nicht mehr mit von der Partie. Nacht acht Gegentoren in zwei Spielen wirkte er ziemlich angefressen.

Doch wirklich viel gelang den Hausherren auch im Schlussabschnitt nicht mehr, nicht mal ein Ehrentreffer wollte der in der Nordgruppe so torgefährlichen Offensive noch glücken. Und Niederbergers Stellvertreter Tobias Ancicka musste beim 0:5 einen weiteren Puck aus dem Netz fischen. Die Gelegenheit, es besser zu machen, besteht schon am Mittwoch, wenn die Schwenninger Wild Wings (18.30 Uhr) zu Gast sind.