Bob Hanning gibt die Richtung vor: Am 1. Oktober muss aus seiner Sicht der Spielbetrieb starten.
Foto: Imago Images/Andreas Gora

BerlinViele Fragen sind noch offen, Bob Hanning weiß eigentlich nur eines ganz gewiss. "Langeweile", sagt der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes vor der wegweisenden Mitgliederversammlung der Bundesliga, "wird sicher nicht aufkommen." Das Hygienekonzept mit Zuschauern, die Gestaltung des engen Spielplans, die Reduzierung der Belastung - die Themenliste ist lang.

"Wir brauchen mutige Entscheidungen unter Beachtung der gegebenen Situation", fordert Hanning vor dem zweitägigen Treffen am Mittwoch und Donnerstag in einem Kölner Hotel. Aufgrund der unverändert geltenden Corona-Einschränkungen entsendet jeder der 39 Erst- und Zweitligisten nur jeweils einen Vertreter in die Domstadt. Auch Bundestrainer Alfred Gislason wird mit diskutieren.

Im Fokus steht dabei die Rückkehr der Fans. Gemeinsam mit der Basketball Bundesliga (BBL) und der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erstellte die HBL einen entsprechenden Leitfaden, der vor wenigen Tagen dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt wurde. "Wir erhoffen uns eine Beurteilung, mit der wir dann losziehen können", sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Die Herausforderung liegt nicht nur im ambitionierten Ziel, noch während der Pandemie wieder Zuschauer in die Hallen zu holen. Die unterschiedlichen Voraussetzungen jeder Spielstätte und die verschiedenen lokalen Maßnahmen bereiten den Planern zusätzlich Kopfzerbrechen. "Wir sprechen von einem Generalkonzept, das dann variabel auf die Gegebenheiten angepasst werden muss", sagt Bohmann.

Es geht ums Überleben. "Wir müssen", so Hanning, "am 1. Oktober wieder anfangen." Auf diesen Termin hatte sich die HBL vor zwei Wochen verständigt. Der Start soll nur mit den finanziell überlebenswichtigen Zuschauern erfolgen, die durch Ticketkäufe bei Hannings Füchsen Berlin beispielsweise für etwa 25 Prozent der Einnahmen sorgen.

Zugleich müssen die Klubs abwägen. Was ist notwendig, was verzichtbar? "Wir müssen über das Thema Belastung sprechen, die Spieler müssen Teil der Lösung sein", fordert Hanning. Der Füchse-Geschäftsführer plädiert für die kurzfristige Abschaffung des Torverhältnisses, und für die Einführung eines direkten Vergleichs bei Punktgleichheit. "Das würde Druck rausnehmen. Die Trainer müssten nicht auf jedes Tor achten und könnten den Nationalspielern mehr Pausen geben", sagt er.

Einen entsprechenden Vorschlag habe er bereits bei der Liga hinterlegt. Auch über eine Änderung der Spieldauer von zweimal 30 Minuten auf dreimal 20 Minuten möchte Hanning diskutieren. Alles vor dem Hintergrund, dass Anfang 2021 die WM in Ägypten ansteht und im Sommer die Olympischen Spiele in Tokio. "Da wollen wir ja gut abschneiden", sagt Hanning.

Zudem wird die Liga ein eigentlich schon abgehaktes Thema wieder auf den Plan rufen: den DHB-Pokal. Eigentlich sollte der nationale Pokalwettbewerb im kommenden Jahr ausgesetzt werden. Nun könnte in einer deutlich abgemagerten Form lediglich das Final Four am 5./6. Juni 2021 ausgespielt werden.