Bobic: „Was die FIFA macht, ist einfach nur peinlich“

Fredi Bobic geht davon aus, dass die Debatte um die vom Fußball-Weltverband FIFA verbotene „One Love“-Kapitänsbinde in anderen Ländern weniger Raum einnimmt ...

ARCHIV - Der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC: Fredi Bobic.  ntur GmbH/dpa
ARCHIV - Der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC: Fredi Bobic. ntur GmbH/dpaAndreas Gora/Deutsche Presse-Age

Berlin-Fredi Bobic geht davon aus, dass die Debatte um die vom Fußball-Weltverband FIFA verbotene „One Love“-Kapitänsbinde in anderen Ländern weniger Raum einnimmt als in Deutschland.

„Ich glaube, in Deutschland wird darüber am meisten diskutiert. In den USA, wo ich gerade bin, ist das nicht so“, sagte der Sport-Geschäftsführer des Bundesligisten Hertha BSC der Münchner „tz“ in einem Interview. Er hätte aber gerne gesehen, „wie die FIFA reagiert, wenn alle Verbände zusammenhalten“. Die Teams wollten sich nun eben auf Fußball konzentrieren, „da muss man dann auch die Spieler verstehen.“ Eines sei aber auch klar: „Was die FIFA macht, ist einfach nur peinlich.“

Die Forderungen, wonach Nationalmannschaftskapitän Manuel Neuer trotz des Verbots und drohender sportlicher Sanktionen mit der Binde auflaufen solle, hält Bobic für überzogen. „Von außen ist es einfach, den Sportlern zu sagen, was sie zu machen haben. Die Spieler sind wegen des Sports da, nicht wegen der Politik“, meinte der 51-Jährige.

Den Protest der iranischen Nationalspieler, die beim 2:6 gegen England ein politisches Zeichen setzten und während der Hymne demonstrativ schwiegen, könne man nicht mit der „One Love“-Aktion vergleichen, urteilte Bobic. „Die Iraner verbünden sich mit ihrem Volk, ihnen geht es darum, was in ihrer Heimat passiert - und nicht in Katar.“