Boëtius mehr als ein Gute-Laune-Typ

Jean-Paul Boëtius hat bewegte Monate bei Hertha BSC hinter sich. Nach einer Tumoroperation kehrte er schnell auf den Platz zurück. Jetzt will er mit den Berl...

ARCHIV - Fußball: Bundesliga, Hertha BSC, Jean-Paul Boetius (l) und Hertha BSC Berlins Trainer Sandro Schwarz.
ARCHIV - Fußball: Bundesliga, Hertha BSC, Jean-Paul Boetius (l) und Hertha BSC Berlins Trainer Sandro Schwarz.Tom Weller/dpa/Archivbild

Bradenton-Jean-Paul Boëtius will nach seiner überstandenen Hodenkrebs-Erkrankung bei Hertha BSC noch mehr Verantwortung übernehmen. Die sportliche Situation der Berliner in der Fußball-Bundesliga sieht der 28-Jährige trotz Tabellenplatz 15 nicht so dramatisch. „Klar stehen wir zu tief, aber das Thema Abstiegskampf habe ich noch nicht gehört in der Kabine, und ich glaube auch nicht, dass das ein Thema wird in der Saison“, sagte der Niederländer bei einer Medienrunde im Hertha-Trainingslager in den USA.

„Wir stehen nicht da, wo wir hingehören, das ist meine Meinung und auch die in der Mannschaft, das müssen wir verbessern in der Rückrunde“, forderte der Mittelfeldspieler auch mehr Konzentration in den Schlussminuten. Mehrfach hatten die Berliner in dieser Saison durch späte Gegentreffer Punkte verschenkt. „Wir haben so viele geile Kicker und dann ist es schön, dass wir manchmal den Ball rumspielen“, meinte Boëtius. Aber: „Gegentore in den letzten fünf Minuten zu bekommen, das nervt.“

Er selbst habe auch nach der Turmor-Diagnose und der folgenden Hodenoperation nie den Mut verloren. „Das waren für mich vielleicht zwei besondere Tage, danach war es einfach schon wieder gut. Ich habe sehr schnell die gute Nachricht bekommen, dass es sehr positiv war und auch die Unterstützung der Mannschaft, der Fans, von Leuten, die ich noch nie gesehen oder gesprochen habe, die hat mir sehr gutgetan“, berichtete er von der schwierigen Situation im vergangenen Herbst.

„Man kann über so viele Sachen meckern, aber es gibt immer Leute, die es schlechter haben als ich“, beschrieb Boëtius seine Haltung trotz der Erkrankung. Eine Chemotherapie, wie die Kollegen Timo Baumgartl von Union Berlin oder Sebastien Haller von Borussia Dortmund, blieb Boëtius erspart. Bereits wenige Wochen nach der Operation kehrte er auf den Fußball-Platz zurück.

In elf Bundesliga-Spielen kam Boëtius bislang für die Berliner zum Einsatz. Nun will er nach seinem Transfer in die Hauptstadt im vergangenen Sommer nicht nur sein erstes Tor erzielen, sondern noch mehr vorangehen. „Ich versuche es mit Coaching, weil ich verschiedene Sprachen spreche und wir sind verschiedene Nationalitäten in der Mannschaft“, sagte er. Da wolle er „alle zusammenzubringen.“