Boris Becker am Donnerstag in London.
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London/BerlinDer ehemalige deutsche Tennisspieler und dreimalige Wimbledon-Gewinner Boris Becker hat sich in einem in Großbritannien laufenden Verfahren in Zusammenhang mit seiner Insolvenz für unschuldig erklärt. Mit einer Schutzmaske vor dem Gesicht erschien der 52-Jährige am Donnerstag vor dem zuständigen Gericht in London. Becker soll im Zusammenhang mit seiner Insolvenz sein Vermögen nicht korrekt offengelegt haben. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft.

Ein Konkursgericht in London hatte den Olympiasieger von 1992 vor drei Jahren wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt. In dem nun laufenden Verfahren sieht er sich 19 konkreten Vorwürfen fehlender Informationsübergabe an die Insolvenzbehörde gegenüber. In allen 19 Fällen plädierte Becker auf unschuldig. Das Gericht entschied anschließend, dass er bis zur nächsten Anhörung am 22. Oktober unter Auflagen auf freiem Fuß bleiben kann.

Im Sommer 2017 waren finanzielle Forderungen von Beckers ehemaligem Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven in Höhe von mehr als 36 Millionen Euro öffentlich geworden. Cleven strengte daraufhin in Großbritannien ein Insolvenzverfahren gegen Becker an. In einem von der „Neuen Zürcher Zeitung“ Ende 2017 veröffentlichten Interview hatte Becker mit den Worten „Es ist irrsinnig zu glauben, ich sei pleite“ vehement bestritten, zahlungsunfähig zu sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Boris Becker mit der Justiz Ärger hat. 2002 wurde er vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Becker habe in seinen Steuererklärungen bewusst falsche Angaben gemacht, um 3,3 Millionen Mark zu sparen, hieß es damals. Der Sportler hatte zu Prozessbeginn zugegeben, zwischen 1991 und 1993 in München gewohnt zu haben, obwohl er offiziell in Monaco gemeldet war.