Dortmund - Erleichtert und entkräftet ließ sich Matchwinner Erling Haaland auf den Rasen fallen. Borussia Dortmund hat sich dank des norwegischen Torjägers ins Viertelfinale des DFB-Pokals gezittert und den Achtelfinal-Fluch mit großer Mühe vertrieben. Nach zuvor drei Knockouts im Kreis der letzten 16 Teams gelang dem Revierklub mit dem hart erkämpften 3:2 (2:2, 2:0) nach Verlängerung über den Fußball-Zweitligisten SC Paderborn diesmal der Sprung in die nächste Pokal-Runde. Damit wahrte der BVB die wohl letzte Chance auf einen nationalen Titel, doch die Vorstellung gegen den kessen Außenseiter war alles andere als titelreif.

Erling Haaland bescherte dem BVB im leeren Dortmunder Stadion mit seinem Tor in der 95. Minute das Weiterkommen und wendete damit eine weitere Enttäuschung der in der Meisterschaft abgeschlagenen Schwarz-Gelben in dieser Saison ab. Vorausgegangen war ein fast fünfminütiges Video-Studium, ob der Norweger zuvor im Abseits stand. Tat Haaland wohl auch, doch Schiedsrichter Tobias Stieler wollte zuvor eine Berührung eines Paderborners gesehen haben.

Das brachte den SCP-Coach Steffen Baumgart in Rage. „Das ist eine Frechheit. Wir haben die Bilder, das kann er sich 20-mal angucken. Daraus eine Berührung des Balles zu machen, finde ich frech. Langsam wird es lächerlich. Das ärgert mich, das hat keiner verdient. So machen wir uns zum Affen. Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken und eine Entscheidung zu treffen“, sagte Baumgart in der ARD und fügte hinzu: „Es geht hier für uns um zwei Millionen. Ich bin keine Aktiengesellschaft, wir kämpfen um jede müde Mark. Ich bin gespannt, ob ich einen Brief vom DFB bekomme, weil ich mich aufgeregt habe.“

Dabei hätte sich der BVB ein derart nervenaufreibendes Spiel nach frühen Toren von Emre Can (6. Minute) und Jadon Sancho (16.) ersparen können. Doch Julian Justvan (79.) und das späte Elfmeter-Tor von Prince Owusu (90.+7) brachten die Ostwestfalen zurück ins Spiel. Anders als noch beim Pokal-Coup gegen das klassenhöhere Team von Union Berlin (3:2) Ende Dezember wurden die Paderborner für ihren Mut diesmal aber nicht belohnt.

Angetrieben von Trainer Steffen Baumgart, der trotz strömenden Regens im T-Shirt an der Seitenlinie vollen Einsatz zeigte, stemmten sich die Paderborner über weite Strecken des Spiels mit mutigem Forechecking gegen eine Niederlage.

Und der SCP kam zu guten Chancen. Gleich zweimal musste Marwin Hitz, der wieder anstelle von Roman Bürki zwischen den Pfosten stand, gegen Dennis Srbeny (25.) und Jamilu Collins (31.) parieren. Dazu fälschte Can einen Collins-Schuss beinahe ins eigene Tor ab (37.). So trug der Außenseiter bereits in der ersten Hälfte zu einem höchst unterhaltsamen Spiel bei.

Und das änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht, als Srbeny (57.) und Chris Führich (72.) weitere Großchancen vergaben. Die Dortmunder verwalteten in dieser Phase nur noch das Ergebnis, was bestraft wurde. Erst traf Justvan, dann handelte sich der BVB nach einem Foul von Felix Passlack gegen Sebastian Schonlau einen Strafstoß ein, den Owusu verwandelte. Doch der BVB hatte ja noch seinen Sturmriesen Haaland, der Schlimmeres verhinderte. Trotzdem blieb es bis zum Schluss ein Zitterspiel, weil Dortmund die Entscheidung bei guten Chancen liegen ließ.