Borussia Dortmund gewinnt gegen Hoffenheim: Nur Roman Weidenfeller ist beim BVB traurig

Dortmund - Mit tief ins Gesicht gezogener Mütze saß Roman Weidenfeller in der hinteren Reihe der Auswechselbank von Borussia Dortmund und blickte mit traurigen Augen auf ein Fußballspiel, über das er sich eigentlich hätte freuen müssen. Denn seine Mannschaft besiegte die TSG Hoffenheim mit 1:0 (1:0), verließ das Tabellenende und sprang zumindest für eine Nacht vom letzten auf den 14. Tabellenplatz.

Doch für den Dortmunder Torhüter könnte dieser Abend auch eine Art Endpunkt bedeuten. Nach vielen schlechten Leistungen Weidenfellers in den vergangenen Wochen hat Jürgen Klopp einen Wechsel auf der Torhüterposition vorgenommen. Der junge Australier Mitchell Langerak stand zum ersten Mal in der Startelf obwohl die langjährige Nummer eins weder krank noch verletzt gewesen ist und er lieferte keinen Grund, das wieder zu ändern.

Denn dem BVB gelang das souveränste Spiel seit Langem. Endlich mal rannten sie nicht wie verrückt an, sie verzichteten darauf, den Gegner über 90 Minuten mit ihrem Vollgas-Credo in Grund und Boden zu spielen. Vor allem in der ersten Hälfte wurde sehr dosiert gepresst, bei eigenem Ballbesitz wurde auch mal das Tempo gedrosselt, in manchen Momenten sah das Spiel tatsächlich aus wie der Auftritt eines Abstiegskandidaten. Und genau das war ja auch der Plan gewesen.

Die Viererkette steht

Jürgen Klopp hatte unter der Woche moniert, dass sein Team immer noch viel zu ambitioniert spiele, den hohen eigenen Ansprüchen aber nicht gerecht werden könne. Diese Erkenntnis floss nun erkennbar ein.

Zudem schossen sie endlich mal wieder ein relativ leichtes Tor. Nach 18 Minuten zog sich der Hoffenheimer Abwehrmann Ermin Bikakcic zu weit zurück in den eigenen Strafraum, so dass Pierre-Emerick Aubameyang unbedrängt von der rechten Angriffsseite flanken konnte, und der heranstürmende Ilkay Gündogan am langen Pfosten eines seiner seltenen Kopfballtore erzielte. Viel mehr Offensivaktionen brachte der BVB in der ersten Hälfte nicht zustande, aber dafür ließen sie auch so gut wie nichts zu.

Lediglich ein Fernschuss von Sven Schipplock aus 18 Meter wirkte halbwegs gefährlich, und diese Stabilität hatte wohl auch mit dem (neben dem Torhütertausch) zweiten bemerkenswerten Aufstellungsdetail zu tun. Zum ersten Mal seit jener Frühlingsnacht aus dem Mai 2013, als der BVB in London im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern spielte, stand die legendäre Viererkette mit Marcel Schmelzer, Mats Hummels, Neven Subotic und Lukasz Piszczek in der Startelf.

Schmelzer und der überragende Hummels waren von ihren Verletzungen genesen, gewannen viele Zweikämpfe und sorgten für eine Stabilität, wie es sie lange nicht gab in der BVB-Defensive. Und Hummels war es auch, der die Dortmunder kurz nach der Halbzeit vor dem Ausgleich bewahrte, als er einen Freistoß von Sebastian Rudy im Zurücklaufen von der Torlinie köpfte (47.). Danach lief das Spiel aber klar für den BVB, dem auch noch ein völlig regelkonformes Aubameyang-Tor wegen einer angeblichen Abseitsstellung aberkannt wurde (52.).