Thomas Tuchel, aktuell Trainer von Paris St. Germain.  
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Paris/BerlinEs soll ja Franzosen geben, die einen deutschen Akzent niedlich finden. Insofern klang sie ganz niedlich, jene Pressekonferenz, die Thomas Tuchel am Sonntag gab.

Der Trainer des französischen Fußballklubs Paris St. Germain sagte schue und meinte jouer, spielen. Er sagte ekstrraorrdinärr und meinte extraordinaire, außergewöhnlich. Er sagte: Se pa le moment purr schonsche – ce n'est pas le moment pour changer. Thomas Tuchel hat damit mehr verraten als seine Herkunft aus Krumbach, Schwaben. Wenn sein letzter Satz stimmt, gibt es für Borussia Dortmund wenig Grund, das Achtelfinale der Champions League gegen Paris St. Germain zu verniedlichen.

Denn wenn Tuchel wirklich nichts ändert in Aufstellung und Ausrichtung, werden den Dortmundern   beim Hinspiel am 18. Februar im eigenen Stadion die Bälle nur so um die Ohren fliegen. Tuchels Meistermannschaft um die Ausnahmestürmer Kylian Mbappé und Neymar hat zuletzt dreimal gewonnen, in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul 5:0, in der französischen Ligue 1 gegen Montpellier 3:1 und gegen St. Etienne 4:0. Ekstrraorrdinärr schue eben.

Tuchel verweist auf sein System, auf ein 4-3-3 mit vier sehr offensiv ausgerichteten Spielern. Den Dortmundern wird das bekannt vorkommen. Im Profifußball ist ja die Zahl hochqualifizierter Trainer begrenzt, es gilt die Regel: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Tuchel war von 2015 bis 2017 Coach der Borussen, bis er vorzeitig ging, trotz Qualifikation zur Champions League, trotz Gewinn des DFB-Pokals. Das Verhältnis zu Spielern und Klubführung war angespannt.

Auch bei Paris St. Germain stehen die Verantwortlichen nicht uneingeschränkt hinter dem 46-Jährigen. Nicht nach dem Fiasko der vorigen Saison. Im März verpasste Tuchels Team gegen eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Manchester United das Viertelfinale der Champions League. Gegen Dortmund spielt er um seinen Job. Se pa le moment purr schonsche – ce n'est pas le moment pour changer? Die Betonung liegt auf: moment.