Berlin - Borussia Dortmund hat bei der Jagd auf Bayern München Witterung aufgenommen – und will die Beute fest im Visier behalten. „Wir haben ein paar Ziele, die wir erreichen wollen“, sagte Trainer Marco Rose vor dem Topspiel gegen den Tabellenvierten SC Freiburg am Freitag (20.30 Uhr, DAZN).

Sechs Punkte beträgt der Rückstand des BVB auf den coronageplagten Spitzenreiter, daher zählt für den Verfolger nur eine Siegesserie. Den entscheidenden Schlüssel zum Erfolg sieht Rose in der Abwehrarbeit. „Spiele gewinnst du über die Offensive. Die Titel holst du über eine stabile Defensive“, sagte der BVB-Coach. Umso schmerzlicher ist für ihn der drohende Ausfall von Linksverteidiger Raphael Guerreiro. Die famose Aufholjagd zum Rückrundenstart bei Eintracht Frankfurt (3:2 nach 0:2) soll dem DFB-Pokal-Sieger reichlich Rückenwind im Titelrennen geben. Für das Spiel gegen Freiburg forderte Rose seine Profis auf, „verantwortungsvoller mit dem Ball umzugehen und Ballverluste besser abzusichern“.

Trotz 28 Gegentreffern in 18 Saisonspielen sei es aber „keine Option, passiver zu werden“. Man wolle „aktiv verteidigen“, betonte Rose. Insgesamt müsse man es aber „besser machen“ als zuletzt. Sollte es nicht gelingen, ist bei der erhofften Revanche vor den 750 zugelassenen Zuschauern für die Niederlage im Hinspiel (1:2) immer noch auf den Angriff Verlass – auch wenn Torgigant Erling Haaland zwei Spiele nicht getroffen hat. „Es nagt natürlich an Erling“, verriet Rose. Der Norweger definiere sich schließlich über Tore. „Es ist wichtig, dass er seine Lockerheit und Leichtigkeit nicht verliert.“

Ein Extra-Schub an Motivation ist Haalands erneute Wahl zum Fußballer des Jahres in seiner Heimat. „Es bedeutet, dass die Leute wertschätzen, was ich tue. Und es ist kostenlose Motivation, mich weiter zu verbessern“, sagte der 21-Jährige, mit dem die BVB-Verantwortlichen in den kommenden Wochen Gespräche über die Zukunft führen werden. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn er bleibt“, sagte Rose. Je nachdem, wie Haalands Entscheidung ausfällt, werde man „reagieren oder jubeln“.

Jubeln wollen die Schwarz-Gelben erst einmal zu Beginn des 19. Spieltags. Rose warnt allerdings vor einer Mannschaft, „die eingespielt wirkt und klare Automatismen hat“. Freiburg sei „sehr stabil und aggressiv gegen den Ball“. Auch die Idee mit dem Ball sei „sehr gut“. Die Gäste wollen ihre schwarze Serie in Dortmund beenden. Dort wartet die Mannschaft von Trainer Christian Streich seit mehr als 20 Jahren auf einen Sieg. Beim Erfolg im Oktober 2001 traf BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl noch für den SC. Wie beim Sieg im Hinspiel müsse man „pausenlos am Laufen und am Verschieben“ sein, erklärte Streich: „Wir müssen sehr wach sein und die Räume verdichten.“