Ist sich seiner Verantwortung bewusst: der Magdeburger Boxpromoter Ulf Steinforth.
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MagdeburgDer Magdeburger Boxpromoter Ulf Steinforth war am Mittwoch im Fernsehstudio zugeschaltet. Er wirkte erleichtert. „Es ist natürlich auch ein Zeichen“, sagte er, „wir haben ja mit allen Sportlern mitgelitten.“ Dass die Boxveranstaltung seiner Firma SES (Sport Events Steinforth) am 18. Juli (22.35 Uhr, MDR) vor Zuschauer stattfinden darf, ist tatsächlich ein Zeichen. Der Boxabend, an dem im Hauptkampf der frühere Schwergewichts-Europameister Agit Kabayel auf den Griechen Evgenios Lazaridis trifft, findet auf der Magdeburger Seebühne im Elbauenpark statt. Dort erheben sich fünf, wie Blütenblätter angeordnete Tribünen, über dem Wasser. Die Anlage zwischen Pappelwäldchen und großer Angerwiese bietet Platz für 1566 Zuschauer.

Nach den beiden Berliner Tennisturnieren, bei denen im Steffi-Graf-Stadion an der Charlottenburger Hundekehle 800 Zuschauer zugelassen sind, und im Tempelhofer Hangar 200 Fans, ist der SES-Boxabend die erste Sportveranstaltung unter echten Wettkampfbedingungen nach der Corona-Pause, bei der wieder Zuschauer zugelassen sind. „Unsere eingereichte und nun noch einmal angepasste Konzeption, die besonders die notwendigen Hygiene-, Sicherheits- und Gefährdungsaspekte berücksichtigt, hat uns die Ausnahmegenehmigung des Gesundheitsamts Magdeburg ermöglicht“, meint Promoter Steinforth. SES-Sprecher Christof Hawerkamp erzählt von „sieben bis zehn verschiedenen Konzepten“, die der Boxstall eingereicht habe, „wir sind noch schärfer als das, was erlaubt ist“.

Obwohl in Sachsen-Anhalt und den anderen Bundesländern derzeit grundsätzlich Veranstaltungen mit bis zu 1000 Zuschauern möglich wären, hat sich SES entschieden, nur 550 Eintrittskarten zu verkaufen. Steinforth und sein Team sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie wollen einen Präzendenzfall schaffen, der sauber abläuft. „Man wird weltweit auf uns schauen“, glaubt Steinforth.

Neben dem jungen Hamburger Schwergewichtboxer Peter Kadiru wird auch die Spandauer Europameisterin Nina Meinke auf der Seebühne in Magdeburg antreten. Sie freut sich sehr, zum ersten Mal seit der Corona-Pause wieder in einem Wettkampf antreten zu dürfen. Und dann auch noch vor Zuschauern.

Geplant sind für den Kampfabend drei Sicherheitszonen. Zum innersten, dem Ring, gehören die Boxer, Trainer, Betreuer, Kampfgericht und die unmittelbaren Verantwortlichen, die Faceshield und Handschuhe tragen. Für die Boxer sind Tests vorgesehen. Die Zuschauer müssen eine Covid-19-Erklärung unterschreiben, eine Fieberkamera ist installiert, beim Gang zum Platz, zur Toilette oder zum Getränkestand müssen die Zuschauer Masken tragen. Beim Sitzen können die Masken abgelegt werden. Der Online-Verkauf für Tickets hat begonnen. Die Telefone bei SES standen den gesamten Mittwoch nicht still.