15. Sieg im 15. Bundesligaspiel: die BR Volleys bleiben ungeschlagen.
DPA/Andreas Gora

BerlinMitten im Ballwechsel musste Berlins Trainer Cedric Enard in den Ärmel seines Anzugs husten. Okay, es war ein sehr langer Ballwechsel in der Mitte des zweiten Satzes, den Berlins Kapitän Moritz Reichert schließlich zum 13:12 für die BR Volleys übers Netz stupste. Die Szene während der Bundesligapartie zwischen dem ungeschlagenen Tabellenführer BR Volleys und dem Tabellenzweiten Alpenvolleys Haching zeigte zwei Dinge: zum einen die Abwehrstärke der Gäste-Mannschaft, die die Bälle unermüdlich zurück übers Netz brachte, vom Boden kratzte, irgendwie erwischte – und zum anderen die Erkältung von Berlins französischem Trainer. 

Vor dem 3:1 (25:15, 21:25, 25:21, 25:20)-Sieg am Donnerstagabend hatte der Deutsche Meister ja befürchtet, Spieler wie Cody Kessel oder Jeff Jendryk gar nicht aufs Feld schicken zu können, weil die Fiebergrippe, wegen der Trainer Enard am Sonntag bei der Auswärtspartie gegen Giesen gefehlt hatte, auch einige Volleyballer erwischt hatte. Aber Jendryk und Kessel standen auf dem Feld, während die Angreifer Benjamin Patch und Samuel Tuia nach ihren Verletzungen zwar wieder das orangefarbige Trikot übergestreift hatten, zunächst aber vom Spielfeldrand aus zuschauten.

Zehn Punkte hintereinander

Sie sahen, einen kuriosen ersten Satz, in dem die Alpenvolleys vom ersten Punkt an bis zur Mitte des Satzes in Führung lagen. Dann ging Berlins Mittelblocker Nicolas Le Goff zum Aufschlag. Der Franzose ist nicht als Service-Monster bekannt. Aber weil seine Floataufschläge die Lücken fanden und sich die gegnerischen Spieler in Diskussionen mit dem Schiedsrichter aufrieben, gelangen den Berlinern zehn Punkte hintereinander zum deutlichen Satzgewinn.

Durchgang zwei ging an die Alpenvolleys. Als sich Kyle Ensing im dritten Satz in Angriff und Aufschlag immer schwerer tat, kam für ihn, vom Jubel der knapp 4 100 Zuschauer begrüßt, Patch zum ersten Mal seit seiner Achillessehnenverletzung aufs Feld. Er tat dem Team sofort gut. Auch wenn Zuspieler Sergej Grankin ihn dezent einsetzte, vermittelte er sofort Sicherheit – und gute Laune. Mit acht Punkten und 73 Prozent Angriffsquote trug er zum Sieg bei. Moritz Reichert war mit 19 Punkten Topscorer. Le Goff krönte seine gute Leistung mit dem verwandelten Matchball. Und auch Samuel Tuia kam für kurze Zeit aufs Feld.

„Man hat gesehen, was uns gefehlt hat“, sagte Manager Kaweh Niroomand über Patch. Er fand, sein Team sei auf einem guten Weg der Formfindung, die es nur über Spielpraxis erreichen könne.  "Wir haben eine gute Partie gezeigt und unsere Tabellenposition gesichert. Vor dem Duell am Dienstag war das genau der richtige Gegner", fand Trainer Enard. Am Dienstag kommt das russische Topteam Fakel Novi Urengoi in der Champions League nach Berlin.  Bis dahin wollen die Volleys an der Blockabwehr arbeiten. Und bis dahin sollte auch  keiner mehr husten.