Berlin - Dass im Sport manchmal möglich werden kann, was unmöglich erscheint, hat am Dienstagabend die Mannschaft des früheren deutschen Bundestrainers Vital Heynen bewiesen. Nachdem er mit Perugia im Champions-League-Viertelfinale gegen Modena, die Mannschaft des aktuellen deutschen Bundestrainers Andrea Giani, auswärts 0:3 verloren hatte, gewann er das Rückspiel 3:0. Zwischen den italienischen Konkurrenten folgte ein Golden Set. Perugia gewann den Entscheidungssatz 15:5. „Das Wunder von Perugia“, titelte die Zeitung Gazzetta dello Sport, „Comeback und Halbfinale“.

Was das mit den BR Volleys zu tun hat? Nun, zum einen wissen die Berliner Volleyballer schon mal, welche Mannschaft im Halbfinale der Champions League als nächstes wartet: Perugia. Zum anderen hat Heynens Team eine Art Blaupause geliefert. Denn nach der 1:3-Heimniederlage gegen Itas Trentino stehen die BR Volleys beim Viertelfinal-Rückspiel an diesem Donnerstag (19 Uhr, xpzsports.tv) ähnlich mit dem Rücken zur Wand. Aber warum sollte es für sie nicht „das Wunder von Trentino“ geben?

Annahme der Berliner war nicht stabil genug

Immerhin hielt die Mannschaft um Zuspieler Sergej Grankin und Mittelblocker Anton Brehme im Hinspiel zwei Sätze lang der Aufschlag- und Angriffswucht ihres italienischen Gegners stand. „Dafür, dass wir noch nicht unser bestes Spiel gemacht haben, waren wir nicht so weit weg. Sicher hat auch Trentino nicht auf allen Positionen das volle Potenzial ausgeschöpft, aber man hatte eben Nimir Abdel-Aziz, der überragend gespielt hat“, meint Brehme. Nimir gelangen 28 Punkte in Berlin. Und Brehme hatte direkt nach der Niederlage selbstkritisch angemerkt: „Wir waren im Block nicht gut.“

Auch die Annahme der Berliner war in vielen Phasen nicht stabil genug, dazu ließ der Doppelblock von Trentino besonders Volleys-Angreifer Benjamin Patch kaum Chancen, seine Sprunghöhe zu nutzen und Gefährlichkeit zu entfalten. Auswärts, das weiß Brehme, werde es noch einmal „ein ganzes Stück schwerer, aber wir werden alles investieren“.

Volleys können wohl auf Denis Kaliberda zurückgreifen

Zum Weiterkommen müssten die BR Volleys zunächst ähnlich wie Perugia es vorgemacht hat, im Anschluss an einen 3:0- oder 3:1-Sieg einen Golden Set erzwingen. Gewinnt Trentino allerdings zwei Sätze, stehen die Norditaliener erstmals seit 2016 wieder im Semifinale der Königsklasse.

Anders als im Hinspiel können die Berliner wohl wieder auf Außenangreifer Denis Kaliberda zurückgreifen. Er fehlte zuletzt wegen Rückenproblemen. Er könnte der Mannschaft vor allem in der Annahme zu mehr Stabilität gegen die Hammer-Aufschläge der Italiener verhelfen. Wenn die Berliner im Aufschlag dagegenhalten wie im Hinspiel, die Annahme funktioniert, Grankin seine Angreifer variabel einsetzt, sich Berlin insgesamt steigert, ist die Chance auf ein Wunder von Trentino zwar klein, aber da.