Berlin - Felix Fischer lachte. Obwohl es für seinen ehemaligen Verein, die BR Volleys, in dem Moment nichts zu lachen gab. Die SVG Lüneburg führte 2:0 nach Sätzen, war im dritten 18:17 in Führung gegangen. Fischer saß auf der Tribüne am Mikrofon als Experte der Livestream-Übertragung. Jemand hatte ihm eine Textnachricht geschrieben: Er solle mal ein bisschen mehr Emotion da reinbringen. Da rein? Ja, in die Mannschaft der BR Volleys am Mittwochabend beim Bundesliga-Heimspiel in der Max-Schmeling-Halle. Da war noch nicht abzusehen, dass sich die Partie drehen würde zum 3:2 (23:25, 19:25, 25:20, 25:19, 16:14) für die Berliner.

Die ersten beiden Sätze der BR Volleys gingen dahin

In jenem Augenblick hatte die Mannschaft tatsächlich jemanden nötig wie Fischer, den früheren Mittelblocker, der nicht nur ein Kämpfer war, sondern ein Mitreißer. Einer, der die Kollegen im übertragenen Sinn am Kragen packte, rüttelte, gerade, wenn nichts lief.

So ein Spieler hat sich in dieser Saison nicht herauskristallisiert. Und so gingen die ersten beiden Sätze der BR Volleys irgendwie dahin. Der erste, trotz einer komfortablen 14:9 Führung. Der zweite, in dem die Annahme der Berliner überhaupt nicht funktionierte, auch.

Carbonera bringt die Wende

Dann kam Eder Carbonera in die Partie. Er machte vier der ersten fünf Punkte. Die Berliner, die lange so gehemmt wirkten, als trügen sie alle unsichtbare Kettenhemden, kämpften. Befreiten sich von dieser Last. Drehten die Partie im Tiebreak, der bis zum Ende spannend blieb.