Berlin - Am Mittwoch, nach der Niederlage gegen den VfB Friedrichshafen, war Berlins Trainer Cedric Enard nicht allein wegen der 1:3-Niederlage angefressen gewesen. Er ärgerte sich vor allem darüber, dass die BR Volleys praktisch vom ersten Moment an alles vergessen zu haben schienen, was er ihnen bei der Videoanalyse noch eingetrichtert hatte. Keine Blockdisziplin, zu schlechte Annahme, zu wenig Effizienz im Angriff, zu viele Aufs und Abs, zu viel Inkonstanz im Aufschlag. Am Sonntag in der zweiten Heimpartie der Woche gegen die Bisons Bühl hatten die BR Volleys eine Menge zu verbessern.

Zumal die Berliner ja nach ihrer Hinrunden-Niederlage in Bühl noch eine Rechnung mit dem gegnerischen Team offen hatten. Außerdem sollte die Bundesligapartie gegen die Mannschaft aus Baden-Württemberg eine Art Vorbereitung der Vorbereitung für das Rückrundenturnier in der Champions League sein. Dort wollen die Berliner vom 9. bis 11. Februar in der Halle von Zenit Kasan in Russland den Einzug in die nächste Runde schaffen. 

Um dieses Ziel zu erreichen, bastelt Enard noch immer an seiner Idealformation. Dass der französische Coach die nicht schon längst gefunden hat, lag an den vielen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten verletzten Berliner Volleyballern. Insofern brachte der letztlich ungefährdete 3:0 (25:22, 25:19, 25:20)-Erfolg am Sonntag gegen Bühl ihm schon ein paar Erkenntnisse. 

Denys Kaliberda ist eine Option für die Champions League

Zum einen, dass der Brasilianer Renan Michelucci im Mittelblock eine gute, dynamische und durchaus emotionalere Alternative zum Brasilianer Eder Carbonera sein kann. Zum anderen, dass Berlin-Rückkehrer Denys Kaliberda langsam, aber sicher neben Fitness und Form auch wieder sein Ballgefühl derart aufgebaut hat, dass er in der Champions League eine Option auf der Außenannahmeposition ist. „Wir brauchen diese Spiele, um unseren Rhythmus und die Aggressivität zu finden. Im Angriff haben Ben Patch und Tim Carlé ein sehr gutes Spiel gezeigt, aber wir haben auch gesehen, dass wir in der Annahme noch konstanter werden müssen“, sagte Enard. „Denys braucht Einsatzzeit, Samu Tuia ist auch noch nicht wieder soweit, über ein ganzes Spiel gehen zu können. Heute war das schon ein Schritt in die richtige Richtung.“

Vermutlich hat Enard auch festgestellt, dass die Aufschläge, die seine Spieler gegen Bühl anboten, noch längst nicht die Qualität, die Aggressivität und vor allem nicht die Konstanz mitbrachten, die die Berliner brauchen, wenn sie gegen europäische Topteams wie Kasan oder Jastrzębski Wegiel aus Polen bestehen wollen. 18 Aufschlagfehler bei nur zwei Assen zeigen kein ausgewogenes Verhältnis.

„Wir haben probiert, die Niederlage gegen Friedrichshafen schnell aus den Köpfen zu bekommen und haben im Training Gas gegeben. Heute waren wir im Angriff besser, wir haben auch viel besser angenommen als gegen Friedrichshafen“, sagte Berlins Mittelblocker Anton Brehme nach dem 3:0 am Sonntag. „In Richtung Champions League sind wir auf einem guten Weg. Wir haben jetzt noch eine Woche, in der wir voll trainieren und gegen Frankfurt das gleich beweisen können. Dann gehen wir gut vorbereitet die Champions League an.“