Berlin - Am Mittwochnachmittag klatschte Wladimir Alekno kurz in die Hände und grüßte das Publikum in der Basket-Hall Kasan. Abgehakt, dachte der Volleyballtrainer von Zenit Kasan vermutlich, eine Runde weiter in der Champions League. Während BR Volleys-Trainer Cedric Enard seine Brille hochschob, wohl so etwas dachte wie: Abwarten, was der Trip nach Tartastan wert war – und sehen, was sich in den anderen Gruppen tut. Später sagte Enard: „Hoffentlich bekommen wir jetzt noch einmal die Chance, es in der Champions League besser zu machen.“

In der für 5000 Zuschauer konzipierten Arena in der russischen Teilrepublik durften halb so viele Menschen auf den Rängen sitzen. Ihr Besuch war allerdings kurz. Denn nach 66 Minuten hatten die BR Volleys bei Zenit Kasan in der Gruppenphase der Champions League mit 0:3 (18:25, 16:25, 14:25) verloren. Enards Mannschaft war chancenlos. Dabei ging es den BR Volleys am Mittwoch so ähnlich wie es dem slowenischen Team ACH Volleys Ljubljana am Dienstagabend im Spiel gegen die Berliner ergangen war.

Da nämlich hatten die BR Volleys eine ganz andere Vorstellung gezeigt. Da spielten sie Volleyball aus einem Guss: mit druckvollen Aufschlägen (8 Asse), in der Mitte überzeugten Anton Brehme und Renan Michelucci mit prima Blocks und Tempo-Angriffen, die Pipes funktionierten. „Es war ein guter Tag ein gutes Spiel. Das wollen wir auch gegen Kasan zeigen“, sagte Diagonalangreifer Benjamin Patch.

Wobei Kasans Trainer Alekno, das war im Livestream zu sehen, die Partie zwischen Berlin und Ljubljana am Beobachtertisch weder besonders beunruhigt noch besonders aufmerksam verfolgte: Mal telefonierte er, mal gähnte er.

Trainer Cedric Enard ärgert sich

Für Enard und die Berliner wird es spätestens am Donnerstag spannend. Dann stellt sich heraus, ob die vier Siege, von denen sie zwei gegen Ljubljana und zwei kampflos gegen die jeweils nicht angereisten Polen von Jastrzebski Wegiel erzielten, reichen, um sich als eine der drei besten zweitplatzierten Mannschaften aus den fünf Vorrundengruppen für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Gegen den sechsmaligen Champions-League-Sieger Kasan, der von Beginn an mit krachenden Aufschlägen Druck ausübte und mit seinen langen Kerls etliche Angriffe per Einerblock pflückte, klappte bei den Berlinern wenig. Eder Carbonera, Denis Kaliberda und Cody Kessel bekamen ihre Chance, ebenso Zuspieler Pierre Pujol. Aber die Wechsel nutzten nichts. „Ich ärgere mich, dass wir heute nicht so aufgetreten sind, wie wir es gegen einen solchen Gegner tun müssen. Natürlich, Kasan hat stark aufgeschlagen und gut gespielt, aber wir haben auch nicht das gezeigt, was wir können“, sagte Berlins Trainer Enard.