Pierre Pujol wird den BR Volleys auch in der kommenden Saison erhalten bleiben.
Foto: City-Press/Florian Pohl

BerlinAuf der Internetseite strahlten sie auch am Donnerstag praktisch fast alle mit der Sonne am Berliner Himmel um die Wette. Ob Trainer, Medizin-Abteilung oder Management: Auf welchen dieser drei Team-Bereiche man auch klickte, sah man jede Menge bekannte Strahlemänner und keine Lücke. Nur der Spielerkader des Profiteams zeigte auch wenige Tage vor dem Trainingsstart noch sieben Schatten und damit vermeintlich noch offene Positionen. Und doch steht es um das Team keineswegs düster, wie es der Blick auf die Porträtköpfe der Mannschaft vermuten lässt.

Der Name hinter einigen dieser Schatten wurden in den vergangenen Wochen durch die Bekanntgabe von Verlängerungen oder Verpflichtungen erhellt, am Donnerstag kam ein weiterer Name hinzu: Pierre Pujol hat seinen Vertrag bei den Berlinern um ein weiteres Jahr verlängert. „Pierre ist glücklich, hier bei uns zu sein, und wir können uns gleichzeitig glücklich schätzen, einen derartigen zweiten Zuspieler wie ihn im Kader zu haben“, wird Cheftrainer Cedric Enard auf der Homepage des Hauptstadtclubs zitiert.

Trainer Enard lobt Führungsqualitäten

Wie auf der Liberoposition, wo mit Julian Zenger und Adam Kowalski zwei Spieler das Trikot der Volleys tragen werden, die auch schon in der durch die Corona-Krise vorzeitig beendeten Saison im Berliner Kader standen, wird somit auch bei den Zuspielern auf Konstanz gesetzt. Vor Pujol hatte schon Sergej Grankin zugesagt. Der 35-jährige Olympiasieger aus Russland und der vor wenigen Tagen 36 Jahre gewordene Pujol stehen mit ihrem fortgeschrittenen Alter aber keineswegs ausschließlich für Erfahrung, sondern weiterhin für hohe Qualität und Leadership-Mentalität. 

Gerade diese Führungsqualitäten seines Landsmanns schätzt der Cheftrainer: „Pierre pusht jeden Einzelnen und gibt die Richtung vor. Ich erinnere mich an einige Momente nach den kräftezehrenden Russland-Reisen in der letzten Saison, als er seine Teamkollegen aufrüttelte. Mit ihm kommen immer neue Impulse und positive Energie in die Gruppe. Er zieht alle in der Mannschaft mit.“ In der Bundesliga, aber vor allem in der Champions-League können Pujol und Grankin noch immer den Unterschied machen. „Mit unserem Zuspiel-Duo aus Pierre und Sergej brauchen wir uns international vor keinem Gegner verstecken“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand.

Und natürlich ist es für die BR Volleys von Vorteil, dass sie auf der so sensiblen Position des Zuspielers in den kommenden Wochen der Vorbereitung auf die neue Saison keinen neuen Spieler integrieren müssen. Wenn sich Trainer und Spieler am 10. August zum ersten Mal seit März im Horst-Korber-Sportzentrum treffen, wird das große Kennenlernen also ausbleiben. Das Fotoshooting für die neue Saison allerdings nicht. Denn auch die Spielerabteilung auf der Homepage soll die Besucher ja bald wieder glücklich anstrahlen.