Frankfurt/Main - Der Bund will den durch die Corona-Krise angeschlagenen Breiten- und Vereinssport mit 500 Millionen Euro wieder auf die Beine helfen sowie die Sanierung von Sportstätten vorantreiben.

Wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages in seiner Bereinigungssitzung dafür die halbe Milliarde Euro für den organisierten Sport mit rund 90.000 Vereinen abgesegnet.

„Kurzfristig steht dabei ein aktuell vom BMI und dem DOSB erarbeitetes Förderprogramm zur Unterstützung der Sportvereine und des Ehrenamts in Verbindung mit einer bundesweit einheitlichen Kampagne für mehr Bewegung im Mittelpunkt“, erklärte der Dachverband in seiner Mitteilung. Dafür seien 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

„Jetzt können wir die Vereine mit aller Kraft dabei unterstützen, die Pandemie hinter sich zu lassen und wieder voll durchzustarten“, begrüßte auch Bundesinnenministerion Nancy Faeser das Programm „Neustart nach Corona“. Während der Pandemie habe man unter anderem mit den „Coronahilfen Profisport“ das Überleben der Vereine sichern und die gewachsenen Strukturen erhalten können.

Weikert: „Unser Land aktiver und gesünder machen“

Auf längerfristige Effekte ziele die Neuauflage des Sanierungsprogramms für kommunale Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur ab. Hierfür stünden in diesem Jahr 27 Millionen und in den Jahren bis 2027 weitere 449 Millionen Euro zur Verfügung, hieß es weiter.

Der Haushaltsgesetzgeber und die Bundesregierung sorgten damit nach über zwei Jahren Pandemie mit viel Frust und zeitweiligem Bewegungsnotstand für Rückenwind. „Diese Unterstützung unserer Sportvereine wird unser Land aktiver und gesünder machen“, erklärte DOSB-Präsident Thomas Weikert. Das Haushaltsgesetz 2022 soll vom Bundestag im Juni in dritter Lesung beraten und beschlossen werden.

Die gemeinnützigen Sportvereine hatten 2020 nach den ersten coronabedingten Lockdown-Maßnahmen im Frühjahr und Beschränkungen im Herbst rund 800.000 ihrer etwa 27 Millionen Mitgliedschaften verloren. Dieser negative Trend habe sich laut DOSB 2021 nach den derzeit vorliegenden Zahlen der Bestandserhebung nicht fortgesetzt. Dennoch hätten sich Bewegungsmangel und die damit verbundenen Risiken von einschlägigen Zivilisationskrankheiten wie Adipositas und Diabetes in der Pandemie weiter ausgebreitet.