Bundesliga: Albas Basketballer starten gegen die Bayern in die Playoffs

Marco Baldi hat den Satz ja selbst schon ein paar Mal gehört. „Jeder sagt: ,Die Saison ist für euch doch sowieso schon zu Ende’“, zitiert Alba Berlins Geschäftsführer Stimmen aus dem Umfeld des Basketball-Bundesligisten. Dabei sollte die Saison eigentlich erst richtig losgehen. Am Sonnabend startet Alba beim FC Bayern in die Playoffs (20.30 Uhr, Telekom Basketball). Gegen jenes Team also, das rechtzeitig zur entscheidenden Phase der Meisterschaft seine Bestform erreicht hat.

Seit dem 19. Februar haben die Münchner in der Bundesliga eine Siegesserie hingelegt, die erst in der vergangenen Woche in Bayreuth endete. Für die 72:74-Niederlage und die damit verbundenen Nachlässigkeiten rehabilitierten sie sich am vergangenen Montag gegen Gießen mit einem 110:60.

Ismet Akpinar muss trotzdem nicht lange über die Frage nachdenken, welches Ziel sich Alba gegen diese Bayern setzt. „Wir wollen ins Halbfinale. Egal, wie schwierig die Umstände sein mögen. Wir haben eine gute Mannschaft.“ Berlins Spielmacher wärmt sich gerade für die abendliche Trainingseinheit auf. Am heutigen Freitagmorgen werden sie in der Halle an der Schützenstraße erneut zusammenkommen, dann geht es nach München. Über die Strategie, wie den Bayern beizukommen sei, will Akpinar nicht ins Detail gehen, um die Chance auf eine Überraschung zu wahren. Nur so viel: „Wir haben eine Idee, wie wir spielen wollen. Und wir sind überzeugt, dass sie funktioniert.“

Jeden Tag ein kleines Meeting

Sie haben in den anderthalb Wochen seit der Beurlaubung von Tainer Ahmet Caki viel miteinander geredet. Sie hatten „jeden Tag ein kleines Meeting“, wie der bisherige Assistent und neue Chefcoach Thomas Päch erzählt. „Wir haben gesagt, dass wir bei Null anfangen und jeden Tag einen kleinen Schritt nach vorn machen. Ich glaube, das ist uns gelungen.“ Geschäftsführer Baldi sagt: „Wir müssen uns jederzeit an den Gameplan halten, müssen als Mannschaft geschlossen auftreten, müssen unser Allerbestes auf den Punkt bringen.“

Das Allerbeste ließ sich bis zuletzt unter Caki nur schwer ausmachen. In der Abwehr vor allem, wo nun Automatismen etabliert werden sollen, beim Rebound, beim Ausboxen, bei der Hilfe für den Nebenmann. Sie sind dabei, sich einen kleinsten, gemeinsamen spielerischen Nenner zu erarbeiten, auf den alle in schwierigen Phasen zurückgreifen können, die in jeder Partie auftreten, in Partien gegen die Münchner Bayern sowieso, die nicht nur nach Thomas Pächs Ansicht, „die wahrscheinlich am tiefsten besetzte Mannschaft der Bundesliga“ stellen.

Am vergangenen Sonnabend hat den Berlinern bei der Niederlage in Frankfurt noch die nötige Ruhe gefehlt. Zum Abschluss der Hauptrunde am Montag gegen Ludwigsburg waren es zwar Einzelaktionen, die den Erfolg brachten, Dreier von Carl English, Engin Atsür und Niels Giffey, doch funktionierte die Verteidigung immerhin besser. Auf kurzfristige Effekte bei einem Trainerwechsel zu hoffen, sagt Baldi, sei im Basketball nicht realistisch. „Angesichts von ein paar Trainingseinheiten ist nicht zu erwarten, dass etwas komplett anderes entsteht.“

Heimspiel am Donnerstag

Und dann fallen Worte wie „Überzeugung“, „Selbstvertrauen“, „Glaube“. Marco Baldi sagt: „Es ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist.“ Jetzt geht es erst einmal los, am Sonnabend; am Donnerstag kommender Woche findet dann das erste von maximal zwei Heimspielen der Serie in der Arena am Ostbahnhof statt (20.30 Uhr). Die Mannschaft, der zuerst drei Siege gelingen, erreicht das Halbfinale.

Für Zocker ist die Angelegenheit schon geregelt. Wer zehn Euro auf einen Alba-Sieg setzt, bekommt im Erfolgsfall 91,50 Euro ausgezahlt. Wer viel riskiert, gewinnt viel. So funktioniert das zumindest im Wettbüro.