Die Bundesliga, hat Klaus Zimmermann, Chef des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, im Handelsblatt gefordert, müsse eine Gehaltsobergrenze für ihre Profis einführen, will sie nicht die Ausgeglichenheit ihres Wettbewerbs gefährden. US-Profiligen bedienen sich solcher Obergrenzen mit Erfolg: Teams der Basketballliga NBA durften 2011 für Lohnzahlungen nicht mehr als 58,04 Millionen Dollar verwenden, im Football lag der Deckel bei 120 Millionen Dollar.

Zimmermann warnt vor Langeweile wegen wachsender „Marktmacht“ der Topklubs: „Das würde dem echten Wettbewerb in der Bundesliga nicht guttun.“ Es klingt so ähnlich wie eine Idee von Bayern München. Der Klub hat ebenfalls einen sogenannten Salary Cap, womöglich durch Beschluss der EU-Kommission, gefordert: Maximal 50 Prozent der Gesamteinnahmen eines Vereins sollten demnach zum Wohle des fairen sportlichen Wettbewerbs in Gehälter fließen.

Tatsächlich haben beide Vorschläge wenig gemein – außer der Terminologie. Im Sinne der Bayern müssen nur mehr Geldquellen erschlossen werden, um mehr zahlen zu können. Was das für die Lage der Bundesliga bedeutet, war bereits in der vorigen Saison zu beobachten, als konkurrierende Teams wie Hannover und Hamburg beim Anblick der Bayernprominenz die Hosen so voll hatten, dass sie ein Schützenfest mit sich veranstalten ließen.

Zimmermanns Vorschlag, Auswüchse wie Mario Götzes zwölf Millionen Euro Jahresgehalt oder Franck Ribérys gut zehn Millionen Euro in jedem Verein in der Gesamthonorarbilanz zu deckeln, müsste allerdings für alle europäischen Klubs gelten, weil für deutsche Vereine die Chancengleichheit in der Champions League sonst gefährdet wäre. Und die ist eine extrem wichtige Geldquelle. Das Problem von Bayern München wie von Real Madrid oder Manchester United: Die berühmten Klubs genießen gerade, dass sie ihre Marktmacht sehr sicher immer neu zementieren.