Die Fußball-Bundesliga startet in die Saison, bereits am Freitagabend in der Partie Bayern München gegen Hertha BSC gelten neue Regeln. Wohl am heißesten diskutiert werden dürfte die Handspielregel und die Regeln beim Abstoß. Eine weitere, mögliche Regelrevolution steht noch aus: Erst am 21. August will die Deutsche Fußball Liga (DFL) einen Beschluss darüber fassen, ob Trainer künftig nach mehreren Gelben Karten gesperrt werden. Hier in Kürze, was der Fan wissen muss.

 Hand

Finger weg: Künftig darf kein Tor mehr mit der Hand/dem Arm erzielt werden, auch nicht unabsichtlich. Das gilt nicht für Eigentore, nur für den Angriff. Ein Tor oder eine Torchance dürfen auch nicht mit der Hand vorbereitet werden. Ob Absicht im Spiel war, ist unerheblich.

Bloß nicht aufplustern: Eine „unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche“ ist regelwidrig, führt sie zu einem Handspiel. Was das ist, eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche, entscheidet der Schiedsrichter. Hält ein Spieler die Arme über Schulterhöhe, geht er ein Risiko ein und wird entsprechend bestraft - selbst bei einer Grätsche. Das birgt Brisanz.

Glück gehabt: Wird der Ball unmittelbar vor der Berührung mit der Hand abgefälscht, so dass keine ausreichende Reaktionszeit bleibt, ist ein Handspiel nicht zu bestrafen. Das gilt auch dann, wenn der Spieler selbst den Ball abfälscht und dieser an die Hand springt. Wird daraus allerdings ein Tor, oder liegt ein Aufplustern vor, wird Hand gepfiffen.

Nicht bestraft wird ein Spieler dafür, dass er sich im Fallen auf dem Boden abstützt und der Ball an die Hand/den Arm stößt.

Mauer

In der Mauer beim Strafstoß sollen Rangeleien der Vergangenheit angehören. Deshalb gilt: Stellt die verteidigende Mannschaft eine Mauer aus drei oder mehr Spielern, muss fortan jeder Gegenspieler mindestens einen Meter Abstand halten. Bei Freistößen im eigenen Strafraum oder bei Abstößen ist der Ball nach Berührung sofort im Spiel, er muss nicht den Strafraum verlassen.

Schiedsrichterball

Lenkt ein Schiedsrichter den Ball so ab, dass der Ballbesitz wechselt, ein „viel versprechender Angriff beginnt“, wie die neue Regel besagt, oder liegt der Ball sogar im Tor, wird die Partie mit Schiedsrichterball fortgesetzt.

Abstand zum Ball

Schiedsrichter müssen neben den klassischen 9,15 Metern jetzt auch eine Vier-Meter-Regel beachten. Denn der Schiedsrichterball in seiner altbekannten Form entfällt. Es erhält die Mannschaft den Ball, die ihn zuletzt berührt hatte. Allerdings nicht innerhalb des Strafraums, dort erhält der Torhüter den Ball. Gegenspieler haben vier Meter Abstand zu halten.

Rote Karte

Künftig werden auch den Teamoffiziellen Karten gezeigt. Gelb als Verwarnung, Rot zum Beispiel, wenn ein Trainer den Innenraum verlassen muss. Interessant: Ist der Übeltäter nicht ausfindig zu machen, wird stattdessen jener „Senior official“ bestraft, der sich in der Coaching-Zone aufhält. Also: der Trainer. Er hat für Ruhe unter seinen Untergebenen zu sorgen. Und bald kann er möglicherweise selbst gesperrt werden.

Rausschmiss

In der 94. Minute versteckt sich der Mittelfeldspieler bei einer 2:1-Führung an der gegnerischen Eckfahne, denn er weiß, dass er ausgewechselt werden soll. Es folgt ein gemächlicher Trab zur Mittellinie. Künftig gilt: Spieler haben das Feld an der nächstgelegenen Auslinie zu verlassen. Folge: weniger Zeitspiel, zügigere Fortsetzung.

Elfmeter

Wer macht schon solche Verrenkungen? Egal: Der Torhüter darf sich jedenfalls beim Elfmeter nicht an den Pfosten lehnen oder an die Latte hängen, denn diese darf er nicht berühren. Die wichtigere Änderung: Im Moment der Ausführung muss mindestens ein Fuß Kontakt zur Torlinie haben, nicht beide. Denkbar wäre also ein Ausfallschritt in Richtung des Schützen.