Berlin - Peter Schlickenrieder geriet nach den Leistungen seiner Langläufer bei der Tour de Ski ins Schwärmen. Als „erste Sahne“, „abgefahren“ und einfach „geil“, bezeichnete der Bundestrainer die Leistungen seiner Athleten. Vor allem Katharina Hennig und Friedrich Moch haben dafür gesorgt, dass er so kurz vor den Olympischen Winterspielen wieder Licht am Ende des Tunnels sieht.

Die erneute Top-Ten-Platzierung von Hennig in der Gesamtwertung und der überraschende dritte Platz von Moch beim Finale auf der Alpe Cermis lassen hoffen. „Es tut der ganzen Mannschaft gut zu sehen, dass wir das können, auch wenn es um Willensstärke geht“, sagte Schlickenrieder im ZDF. Das letzte Edelmetall bei einem Großereignis wie der WM oder Olympia liegt immerhin ein paar Jahre zurück. 2014 hatte die Frauen-Staffel in Sotschi Bronze geholt.

Trotz aller Euphorie kommen die Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) wohl noch zu früh für seine Schützlinge. „Katha wird Schritt für Schritt stärker“, sagte der Bundestrainer: „Von diesem Niveau aus kann man irgendwann den nächsten Schritt angreifen und um Medaillen kämpfen. Das ist jetzt noch zu früh, aber nach Olympia stehen uns tolle vier Jahre bevor.“

Positiv stimmt den Bundestrainer auch „Ausnahmeläufer“ Moch (O-Ton Schlickenrieder), der das erste Podium der DSV-Männer bei der Tour de Ski seit 2015 holte. Ein Athlet, „der ein gutes Gespür hat für Intensitäten und Trainingsumfang“. Laut Schlickenrieder genau das, „was man braucht, um irgendwann ganz oben zu stehen“. Irgendwann, aber in Peking sieht der Bundestrainer die Möglichkeiten der Deutschen, wenn überhaupt, woanders: „Wenn wir irgendwo eine Chance haben, vorne mitzulaufen, dann ist es in einem Teamwettbewerb.“

Neben Hennig und Moch haben bislang auch Victoria Carl, Coletta Rydzek, Jonas Dobler und Lucas Bögl die Olympia-Norm erfüllt. Eine halbe Norm haben Janosch Brugger, Florian Notz, Pia Fink, Laura Gimmler, Anne Winkler und Katherine Sauerbrey. Nach den Regularien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) haben die Athletinnen und Athleten mit einer Teilqualifikation noch bis zum 23. Januar Zeit, das fehlende Resultat zu erzielen. Die Gelegenheiten schwinden jedoch. Nach der Absage des Weltcup im französischen Les Rousses bleibt vorerst nur noch der Wettbewerb im slowenischen Planica (22. und 23. Januar).

„Aus unserer Sicht wäre es mehr als sinnvoll, dass wir die Athleten, die die halbe Norm haben, mitnehmen können zu Olympia“, sagte Schlickenrieder. „Ganz hart gesagt heißt es, man braucht eine volle Norm.“ Für den Teamwettbewerb bei den Frauen beispielsweise brauche er aber „vier Athletinnen und im Optimalfall für jede Technik eine Ersatzläuferin“, erklärte Schlickenrieder: „Nun müssen wir nur noch den DOSB überzeugen, dass wir die alle mitnehmen.“