Das Wort B-Elf ist zum deutschen Synonym für den letzten Spieltag in der Champions League geworden. Dortmund spielte am Dienstag gegen Manchester City mit einer solchen Elf, auch Schalke gegen Lille. Gestern zogen die Bayern nach. Weil wie die zwei Ruhrpott-Klubs schon vor der Partie für das Achtelfinale qualifiziert, stellte der Tabellenführer gegen die Weißrussen von Bate Borissow ebenfalls eine Mannschaft, die sich vornehmlich von der Reservebank rekrutierte. Boateng, Timoschtschuk, Gomez, Rafinha, Contento, Shaqiri, und van Buyten – das klang wie DFB-Pokal erste Runde. Und war, was das Niveau der Partie anbetraf, auch nicht weit davon entfernt.

Die Bayern gewannen 4:1 (1:0). Wie das eben so läuft in 08/15-Spielen. Das erste Tor fiel nach zermürbendem Ballbesitzfußball in der 22. Minute. Mario Gomez hielt seine Stiefelspitze in einen gezirkelten Pass von Shaqiri. Das zweite Tor beendete in der 54. Minute die Partie. Thomas Müller vollendete die Vorlage von Bastian Schweinsteigers Kopf.

Nicht einmal Überzahl hilft

Nicht, dass die Partie schlecht war. Aber es fehlte ihr die Dramatik. Vielleicht lag es an Bates siebter in Folge gewonnenen Meisterschaft, verbucht bei Saisonschluss vor zwei Wochen. Erfolg macht träge. Vielleicht aber ging es auch nicht besser. Ein Schüsschen nach elf Minuten auf Manuel Neuers Tor - näher kamen die Weißrussen einem Treffer zunächst nicht.

Die Bayern hatten dementsprechend auch keine B-Elf-Probleme, als Jérôme Boateng in der 50. Minute Artem Kontsevoj umgrätschte und dafür mit gezeigter Roter Karte das Feld verlassen musste. Spielten sie eben zu zehnt weiter wie zu elft. Nicht einmal in Überzahl gelangte Bates Mannschaft in Strafraumnähe der Bayern. Aber wie auch, die Bayern ante portas ließen keinen Raum für Konter.

Schnell auf den Beinen spielten sie sich die Bälle zu, es wogte hin und her, Flanken flogen, Schüsse wurden abgefeuert, 24 Minuten vor Spielende passte sogar Stürmer Mario Gomez von links in die Mitte, hoch flog der Ball in Richtung des Elfmeterpunktes, wo Xherdan Shaqiri vor seinem Gegner Maxim Bordatschev herumzappelte, bereit für die Pointe dieser Partie. Shaqiri ist 1,69 Meter groß, Bordatschev 1,90 Meter. Shaqiri traf per Kopf.

Die restlichen Minuten waren dann den A-Elf-Kadern vorenthalten. Denen auf der Bayern-Seite: Der eingewechselte David Alaba überwand Bates Keeper Andrej Gorbunov mit einem schnörkellosen Flachschuss aus 15 Metern. Und denen bei Bate: Igor Fillipenko gelang der Ehrentreffer, ebenfalls mit trockenem Schuss. (fr)