Leverkusen - Stefan Reinartz ist ein Freund der feinen Ironie, der Mittelfeldspieler macht sich gerne lustig über die Hysterie, in die die Fußballöffentlichkeit mitunter verfällt. Immerhin handelt es sich noch um Sport. In der Nacht zum Donnerstag ahnte er wohl, wie die Kritik nach dem 0:5 seiner Leverkusener gegen Manchester United klingen werde. „Es tut uns leid, wenn wir Schande über Deutschland gebracht haben“, sagte Reinartz also mit einem sarkastischen Lächeln im Gesicht. Schlagzeilen wie „Leverkusen blamiert uns!“ (bild.de) seien übertrieben, sollte das wohl heißen.

Da hat er natürlich recht, der Werksklub hat vor allem sich selbst blamiert. Die Leverkusener wünschen sich ja so sehr eine größere Aufmerksamkeit und mehr Liebe des Fußballvolkes. Michael Schade, der neue Geschäftsführer, schmiedet Pläne, um große Fanmassen in Asien zu rekrutieren. Er arbeitet an einem Konzept, das mehr Zuschauer in die selten ausverkaufte Arena locken soll, Bayer soll „Deutschlands beliebtester Zweitverein“ werden, hat Schades Vorgänger Wolfgang Holzhäuser als mittelfristiges Ziel ausgegeben. Und dieses Spiel gegen Manchester United, der erste Auftritt der Rheinländer in dieser Saison, der live im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt wurde, sollte dem Imageprojekt zusätzlichen Schwung verleihen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.