Champions League: Kroos führt FC Bayern zum Gruppensieg

München - Zwei Minuten und zehn Sekunden waren erst gespielt, und schon hatte sich die Rückkehr zur alten Grundordnung bezahlt gemacht. In der Offensivzentrale hatte Bayerns Trainer Jupp Heynckes wieder Toni Kroos aufgeboten. Kroos, 21 Jahre alt, erfüllte prompt genau jene Aufgabe, die ihm zugedacht war. Einen grotesken Fehlpass von Villarreals Carlos Marchena nahm Kroos auf, er lief ein paar Schritte, dann schaute der Spielgestalter des FC Bayern und steckte aus dem Fußgelenk elegant durch zu Franck Ribéry, der mit einem Lupfer über Torwart Diego Lopez vollendete.

1:0 stand es also nach drei Minuten, und weil der überragende Strippenzieher Kroos und seine Kollegen des FC Bayern gegen den überforderten FC Villarreal auch danach souverän den Ball zirkulieren ließen, genügte ein überschaubarer Kraftaufwand zum ungefährdeten und vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League. „Das erste Ziel“, wie es Präsident Uli Hoeneß mit Blick auf das erhoffte Finale am 19. Mai 2012 an gleicher Stelle genannt hatte.

3:1 (2:0) gewann der FC Bayern gegen den Tabellenletzten der Gruppe A und vermied damit auch ein Endspiel am 7. Dezember bei Manchester City. Freuen durften sich die Münchner zudem über die Zugabe des SSC Neapel, der im Parallelspiel 2:1 gegen die Mannschaft aus der englischen Premier League siegte und dem ersten deutschen Vertreter im Achtelfinale so zum vorzeitigen Gruppensieg verhalf.

Es war ein munteres Spiel, in dem die Bayern wieder so dominant und spielfreudig agierten, wie zumeist in dieser Saison. „Die Mannschaft wird sich wieder anders präsentieren“, hatte Heynckes versprochen. Das gelang, und hilfreich war, dass nach Ribérys Führungstor Mario Gomez Anatoli Timoschtschuks Pfostenschuss aufnahm und rasch die Entscheidung herbeiführte (24.).

Später verkürzte zwar Jonathan de Guzman (50.), doch gefährden konnte die von vielen Verletzungen geschwächte Mannschaft des Trainers Juan Carlos Garrido Münchens Erfolg nicht mehr. Ribéry beseitigte in der 69. Minute mit seinem zweiten Tor zum 3:1 alle Restzweifel.

Kroos: Beste Leistung im Bayern-Trikot

Vor allem aber wirkte sich die Rückkehr zur alten Grundordnung positiv auf Spielfluss und Harmonie der Münchner Mannschaft aus, die gegen Dortmund nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit den fehlenden Impulsen von Kroos in der Offensive zu kämpfen gehabt hatte. Nun besetzte er wieder die Position des Spielgestalters. Kroos war überall, wie ein Marionettenspieler ordnete er die Kollegen, verteilte Bälle, spielte Steilpässe, half in der Defensive und schloss Angriffe ab. Auch Ribérys zweites Tor legte er auf. Kroos durfte sich über eine seine besten Leistungen im Trikot der Bayern freuen.

Auch die Mitspieler von Toni Kroos konnten so glänzen, wie David Alaba, der gut mit Timoschtschuk harmonierte. Oder wie Ribéry, der in der zweiten Halbzeit einen Angriff mit einem Seitfallzieher abschloss. Ausgegangen war dieser Konter von Arjen Robben, den Henyckes erneut aufgeboten hatte, trotz dessen magerer Leistung beim Comeback gegen Dortmund. Thomas Müller saß dafür auf der Bank. Die letzten 20 Minuten durfte er noch ran. Nicht für Robben, sondern für Gomez. Da war das Spiel mit der alten Grundordnung und dem Spielgestalter Kroos längst für den FC Bayern entschieden.

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