BFC-Trainer Christian Benbennek kann mit der Offensive seines Teams zufrieden sein, muss aber noch an der Stabilität der Abwehr arbeiten.
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BerlinDer Unmut von Mika Schneider war verständlich. Wenn er als Torwart bereits nach gut einer halben Stunde drei Gegentore kassiert hat, beim ersten davon der Rücken des Mitspielers eine Parade unmöglich machte, er beim zweiten Treffer selbst nicht unschuldig war, beim dritten Tor der Ball irgendwie reingemurmelt wurde und dann auch noch ein Schuss von knapp hinter Mittellinie erst kurz vor dem eigenen Kasten von ihm abgefangen werden kann, muss der Frust über die Leistung der eigenen Mannschaft schon mal rausgeschrien werden. Das, was den Schlussmann des Bischofswerdaer FV nach nicht einmal 45 gespielten Minuten so dermaßen ärgerte, dass er seine Vorderleute zusammenfaltete, ließ die Spieler und 600 Anhänger des BFC Dynamo schon zur Pause ins Schwärmen geraten. Nach einem Treffer von Matthias Steinborn und einem Doppelpack von Lucas Brumme hatten sich die Gastgeber im Jahnstadion in eine komfortable Situation gespielt und gingen mit einer 3:0-Führung in die Kabine.

Allein Christian Benbennek traute diesem vermeintlich sicheren Vorsprung nicht so recht und äußerte seine Gedanken nach dem Spiel in einer kleinen Pressekonferenz: „In der Halbzeitpause fühlte ich mich so ein bisschen an Luckenwalde erinnert, wo wir auch eine tolle erste Halbzeit und drei Tore hingelegt und dann nicht richtig durchgezogen haben“, sagte der BFC-Trainer, den nun auch noch Personalsorgen planen: Andreas Pollasch droht wegen einer Bänderverletzung länger auszufallen.

Benbennek sollte sich zu dem nicht einmal zwei Wochen zurückliegenden 5:2-Sieg zurückversetzt fühlen, als seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel etwas die Konzentration verloren und das 1:3 kassiert hatte. Zwar geriet der 6:2-Sieg seines Teams bis zum Ende nicht ernsthaft in Gefahr, aber auch das zweite Gegentor zeigte noch einmal deutlich, dass die mit 17 Treffern beste Offensivmannschaft der gesamten Regionalliga Nordost noch an sich arbeiten muss, „weil wir defensiv nicht sauber arbeiten“, so Benbennek.

Eines der insgesamt elf Gegentore sei vom Gegner herausgespielt worden, „den Rest haben wir selber zu verschulden, weil wir defensiv nicht sauber arbeiten. Wenn wir schon so gute Offensivqualitäten mitbringen, muss es auch möglich sein, dass die gesamte Mannschaft weiß, dass man über die vollen 90 Minuten zusammen verteidigen muss“, sagte der BFC-Trainer. Über die drei Punkte, die sein Team zumindest bis zum Sonntagnachmittag auf den fünften Platz klettern ließen, freute er sich dennoch.

Die Sonntagsergebnisse aber sorgten noch einmal für Veränderungen in der Staffel. Insbesondere an der Spitze, wo sich Viktoria Berlin nach einem 2:0-Sieg gegen Lichtenberg 47 die Tabellenführung von der VSG Altglienicke, die sich bereits am Sonnabend mit 2:0 bei Germania Halberstadt durchgesetzt hatte, zurückholte und damit auch das sechste Saisonspiel gewann. Bereits die dritte Niederlage am Stück musste Hertha BSC II beim 1:2 im Heimspiel gegen Luckenwalde hinnehmen.