Christian Seifert übergibt sein Amt als Chef der Deutschen Fußball Liga

Am Mittwoch ist der letzte Arbeitstag des DFL-Chefs. Nach 17 Jahren endet eine Ära. Seiner Nachfolgerin Donata Hopfen wünscht er den Rückhalt der Klubs.

Der bisherige DFL-Geschäftsführer Christian Seifert räumt seinen Platz. 
Der bisherige DFL-Geschäftsführer Christian Seifert räumt seinen Platz. dpa/Frank Rumpenhorst

Berlin - Wenn Christian Seifert am Mittwoch seinen Schreibtisch leer räumt, kommt kein Himalaya-Reiseführer unter den Stapeln zum Vorschein. „Ich bin nicht der Typ, der alleine durch Nepal wandert“, sagte der scheidende Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) beim Ausblick auf sein Leben nach dem letzten Arbeitstag im Machtzentrum der Bundesliga.

Fast 17 Jahre dauerte das Geben und Nehmen, mit dem Seifert die Milliarden-Branche lenkte. „Es war kreativ, inspirierend, erfüllend und manchmal auch ernüchternd“, sagte der 52-Jährige beim Blick zurück auf seine Amtszeit, die selbst größte Kritiker als erfolgreich bezeichnen müssen: „Ab und an bin ich vor Wände gelaufen. Aber meistens konnte ich sie überwinden.“

Das „Dach der Welt“ war für Seifert die fünfte Etage der DFL-Zentrale im Frankfurter Westend. Dort liefen alle Fäden des Profifußballs bei ihm zusammen – und deshalb werden am Mittwoch gemischte Gefühle in Seifert aufsteigen. „Die Arbeit hat einiges von mir verlangt“, beschrieb er seinen Emotions-Mix aus Wehmut und Erleichterung: „Aber sie hat mir unter dem Strich mehr gegeben als abverlangt.“

Das Ende hatte sich Seifert anders gewünscht. „Das Drehbuch des Lebens hat dafür gesorgt, dass die Schlusssequenz anders verlaufen ist als gedacht“, gestand der gebürtige Badener mit Blick auf die Corona-Pandemie ein: „Das waren die größten physischen und psychischen Herausforderungen meines beruflichen Lebens.“

Dabei war der Job auch vorher schon stressig genug. Oft musste Seifert seine strategischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ob bei den Debatten, Streitigkeiten und Krisen während seiner Regentschaft oder beim turnusmäßigen Poker um die Medienrechte, bei dem der Manager regelmäßig Milliarden für die Vereine herausholte.

„Mein Arbeitgeber waren 36 Klubs, deren Gemeinsamkeit fast nur darin besteht, dass sie das gleiche Spiel spielen“, beschrieb Seifert seine Versuche bei der Quadratur des Kreises: „Jeder Klub hat seine eigene Meinung dazu, wie Profifußball funktionieren soll. Dennoch ist es eigentlich immer gut gelungen, diesen Tanker mit 36 sehr unterschiedlichen Besatzungsmitgliedern durch die Widrigkeiten zu steuern.“

Ob das tatsächlich immer so war, sei dahingestellt. „Christian hat sicherlich einen Standard gesetzt, an dem sich der europäische Fußball auf seinem künftigen Weg orientieren kann“, sagte Uefa-Boss Aleksander Ceferin. Nun ist es laut Seifert „Zeit für eine neue DFL“ unter der Führung seiner Nachfolgerin Donata Hopfen. Den „neuen Menschen, neuen Energien, neue Ideen und neuen Personen“ soll Zeit gegeben werden: „Ich wünsche mir, das die Klubs den Weg mitgehen. Auch wenn es mal holprig sein sollte – es war auch in der Vergangenheit nicht alles golden.“