Berlin - Der Auftakt verlief enttäuschend, nun steht Claudia Pechstein bereits unter Druck: Beim zweiten Weltcup der Eisschnellläufer an diesem Wochenende im norwegischen Stavanger muss die fünfmalige Olympiasiegerin im Kampf um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking eine entsprechende Zeit abliefern.

„Ich möchte mich aufrichtig ehrlich bei Euch für meine heutige ‚unterirdische‘ Leistung entschuldigen“, schrieb die 49 Jahre alte Berlinerin ihren Fans auf Facebook, nachdem sie im polnischen Tomaszow Mazowiecki über 3000 Meter den 16. und letzten Platz in der A-Gruppe belegt und das Massenstartrennen aufgegeben hatte.

In Stavanger steht ihre Spezialstrecke über 5000 Meter auf dem Programm, allerdings muss Pechstein am Freitag in Norwegen nun den Weg über die B-Gruppe gehen und will dort versuchen, mit einer Topzeit eines der nur zwölf Olympia-Tickets auf dieser Distanz zu holen. „Ich habe immer gesagt, dass die Qualifikation zu meinen 8. Olympischen Winterspielen der schwerste Weg wird“, schrieb sie. „Ich werde alles geben, um als erste Frau der Welt dieses Ziel zu erreichen …‼“ Bisher hat nur der japanische Skispringer Noriaki Kasai achtmal an Olympischen Winterspielen teilgenommen.

„Claudia ist guten Mutes und muss es probieren, auf den 5000 m ihre Chancen wahrzunehmen“, sagte Bundestrainer Helge Jasch.

Das Rennen ist für die Vergabe der Olympia-Startplätze enorm wichtig. Die acht Bestplatzierten nach vier Läufen im Langstrecken-Weltcup qualifizieren sich. Dieses Ziel ist für Pechstein nach Rang 16 über 3000 m beim Saisonauftakt in Polen nur noch schwer zu erreichen. Aber: Vier weitere Startplätze werden über ein Time-Ranking im 5000-m-Rennen vergeben. „Man muss schauen, dass man eine gute Zeit macht“, sagte Jasch.

Eine weitere Chance auf die erhofften achten Winterspiele bietet sich Pechstein im Massenstart. Auch dort verlief der Auftakt allerdings nicht wie gewünscht, im Halbfinale des Massenstartrennens am vergangenen Wochenende hatte die Berlinerin aufgegeben. „Man ist natürlich enttäuscht, wenn es vom Ergebnis nicht so läuft wie erhofft“, sagte Jasch.

In Stavanger hofft der Bundestrainer zudem auf gute Bedingungen. Ein erster Test am Mittwoch war ernüchternd. „Das Eis war nicht ganz so schnell. Die Frage ist, wie es dann am Wochenende ist. Ich hoffe, dass es ein bisschen schneller ist. Es war etwas langsamer als erhofft“, erläuterte Jasch.