Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da war Felix Kroos auf der internationalen Fußballbühne zu sehen. Als Fernseh-Experte analysierte er im Berliner Olympiastadion die 1:2-Niederlage des 1. FC Union gegen Feyenoord Rotterdam. Auch wenn er dabei ganz dicht neben dem Rasen stand, hatte er sich im Sommer mit seinem Karriereende von diesem ganz weit entfernt. Offensichtlich zu weit. Im gemeinsamen Podcast mit seinem großen Bruder Toni hatte Felix mehrfach davon gesprochen, dass ihm der Fußball fehlen würde. Nun plant er sein Comeback, möchte ab dem Frühjahr 2022 die erste Herrenmannschaft des FSV Fortuna Pankow in der Bezirksliga unterstützen.

Amateur- statt Profifußball. Ein Schritt, der zum introvertierten ehemaligen Spieler des 1. FC Union Berlin passt. Mit seinen 30 Jahren befindet er sich eigentlich noch im besten Fußballeralter. Im Sommer aber stieg er nicht nur mit Eintracht Braunschweig aus der 2. Bundesliga ab, sondern auch vorzeitig aus seinem bis 2022 laufenden Vertrag aus. Nach 13 Jahren als Profifußballer, viereinhalb davon beim 1. FC Union, war ihm der Spaß abhandengekommen. Die Zeit als Profi habe „auch irgendwo Spuren hinterlassen – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Gegen diesen ständigen Druck anzukämpfen, ist irgendwo auch belastend“, hatte er nach seinem Rücktritt gesagt.

Im deutschen Profifußball hätte er sicherlich noch einen Platz gefunden. Er, der bei Hansa Rostock ausgebildet wurde, mit Werder Bremen in der Champions League gespielt und den 1. FC Union als Kapitän in die 1. Bundesliga geführt hat. Für diese Erlebnisse in seinen 13 Jahren sei er dankbar, mit einem Lächeln im Gesicht habe er die Entscheidung für das Karriereende getroffen. „Das Leben fängt an, wo Fußball aufhört“, schrieb Felix Kroos vor 17 Wochen auf seinem Instagram-Account. Bei Fortuna Pankow soll sein Leben mit Fußball auf und nicht nur neben dem Rasen weitergehen.