Costa Ricas WM-Weg - „Hat uns stärker gemacht“

Zur WM schaffte Costa Rica es über einen kleinen Umweg nach Katar. Zur Endrunde reiste „La Sele“ mit großen Zielen an. Und nun? Geht es gegen Deutschland.

Das Team aus Costa Rica darf man nicht abschreiben.
Das Team aus Costa Rica darf man nicht abschreiben.Federico Gambarini/dpa

Doha-Deutschlands Gegner im Kampf ums Weiterkommen bei der Fußball-Weltmeisterschaft schaffte es als Letzter zur Endrunde in Katar. Costa Rica machte die Qualifikation für die WM erst in einem interkontinentalen Playoffspiel im Emirat vor gut sechs Monaten perfekt.

Das Wichtigste zu den Mittelamerikanern:

Costa Ricas beschwerlicher Weg zur WM: Das kleine Land mit gerade mal rund fünf Millionen Einwohnern gehört zum Kontinentalverband Nord- und Mittelamerikas sowie der Karibik, kurz Concacaf. 3,5 Plätze bekommt die Konföderation für die WM-Endrunde - auf den ersten drei landeten Kanada, Mexiko und die USA. Costa Rica wurde Vierter. 

Costa Rica darf man nicht abschreiben: Nach nur einem Sieg aus den ersten sieben Partien sah es nicht gut aus. Der Trainerwechsel im Sommer von Rónald González zu Luis Fernando Suárez machte sich nach einiger Zeit bezahlt: sechs Siege und ein Remis war die Bilanz der zweiten sieben Partien. Der Lohn: Das Entscheidungsspiel gegen Neuseeland, das die Costa Ricaner 1:0 durch den Treffer von Joel Campbell nach nur drei Minuten gewannen. Damit hatte auch das letzte der 32 Teams die Qualifikation für die WM geschafft.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Selbst vom Titel sprachen sie vor der WM. Und als Mutmacher diente auch der Blick in die eigene WM-Historie. 2006 bei der WM in Deutschland traten sie beim Auftaktspiel gegen den Gastgeber ordentlich auf, erzielten zwei Tore durch Paulo Wanchope, verloren am Ende dann 2:4. Oder 2014, als Costa Rica bis ins Viertelfinale der WM in Brasilien stürmte und die Generation um Keeper Keylor Navas oder Spielgestalter Bryan Ruiz Heldenstatus erlangte. Die Niederlande stoppte Costa Rica erst im Elfmeterschießen. 

In Katar wollten sie wieder so auftrumpfen, noch größer sogar, ihr Team-Psychologe bekräftigte sie darin. Das ging gegen Spanien komplett daneben. Tiefer als mit einem 0:7 und einer bemitleidenswerten Vorstellung hätte Costa Rica nicht fallen können. Doch mit dem 1:0 gegen Mexiko kam die Mannschaft am Sonntag zurück und hielt sich vor dem Duell mit Deutschland am kommenden Donnerstag die Möglichkeit auf die K.o.-Runde mit 3 Punkten hinter Spanien (4) und Japan (3) sowie vor dem DFB-Team (1) offen. 

Ruiz' Erklärung für die Wiederauferstehung: „Nach so einem Spiel, wenn du bei einer WM mit 0:7 verlierst, in dem Fall gegen Spanien, beginnen innerhalb einer Mannschaft meistens Kämpfe. Wir haben versucht, das nicht passieren zu lassen. Wir haben versucht, aus dem Spiel zu lernen, daraus, was wir falsch gemacht haben. Ich denke, das hat uns stärker gemacht.“