Seriöser Arbeiter: Daniel Volbert strebt mit Eintracht Mahlsdorf den Aufstieg in die Oberliga an.
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Berlin-MahlsdorfDaniel Volbert, 47, trainiert seit November 2018 die Mannschaft von Eintracht Mahlsdorf, Das Team ist einer der Favoriten in der Berlin-Liga. Volbert führte einst Lichtenberg 47 und auch Tennis Borussia in die Oberliga. Jetzt soll er Mahlsdorf eine Etage höher hieven. Wir sprechen mit ihm über die Stärken der Liga, die Härten des Programms und ein Kuriosum namens Ronny.

Berliner Zeitung: Herr Volbert, können Sie gut mit der Favoritenrolle für Eintracht leben?

Daniel Volbert: Ja, natürlich. Mahlsdorf gehört seit zehn Jahren zur absoluten Spitze in der Berlin-Liga, war zweimal Zweiter und zuletzt auf Rang drei. Da kann nur der Aufstieg das Ziel sein. Aber es wird sicherlich eine Spitzengruppe von vier, fünf Mannschaften geben. Alleingänge sehe ich eher nicht.

Wen halten Sie für die härtesten Konkurrenten?

Vor allem Sparta Lichtenberg, aber auch die Füchse Berlin und Türkspor haben sich sehr verstärkt. Nicht zu vergessen: der ambitionierte Neuling Novi Pazar. Die haben Ronny verpflichtet.

Wie sehen Sie diesen spektakulären Transfer?

Novi Pazar wird das sehr motivieren, die sind jetzt deutschlandweit im Gespräch – eine sehr gute Werbung für den Verein. Wir als Mahlsdorf brauchen das nicht. Man muss sehen, wie sich Ronny schlägt, wenn er bei drei Grad minus im Winter auf Kunstrasen spielen oder sich eine enge Kabine mit vielen Mitspielern teilen muss. Es wird sich viel auf ihn fokussieren. Das ist schwierig. Er braucht gute Mitspieler. Wir sind alle gespannt.

Auch Eintracht Mahlsdorf hat sich enorm verstärkt. Sind Sie mit Ihren Zugängen zufrieden?

Absolut. Wir haben neun neue Spieler und mit Augenmaß eingekauft. Es sind meist junge Akteure, die aber schon Erfahrung einbringen. Köster, Thiel und Hausdorf kamen von Union Fürstenwalde. Peter Köster ist erst 21 Jahre alt und hat schon über 50 Regionalliga-Einsätze für Cottbus und Fürstenwalde absolviert. Christian Preiß kam von Altglienicke und ist richtig heiß wie alle anderen auch.

Und Sie haben mit Christoph Zorn einen der herausragenden Spieler der Liga im Team, der in der abgebrochenen Saison 2019/20 mit 21 Toren Schützenkönig wurde.

Christoph ist 33 und unbezahlbar für Eintracht. Man kann sagen: Er ist Mahlsdorf! Während der Corona-Pause hat er allein intensiv trainiert und sogar abgenommen. Der ist fit. Zorn ist zudem bodenständig und hat einen tollen Charakter. Den hätte ich schon gern einst in Lichtenberg oder bei TeBe im Team gehabt.

Wie oft trainieren Sie im Moment?

Einmal am Tag immer abends. Alle Spieler haben ja einen Job.

Sie kennen diese Liga aus dem Effeff, haben Lichtenberg 47 und Tennis Borussia in die Oberliga geführt. Kann man die Situation mit der in Mahlsdorf vergleichen?

Die besten Bedingungen, die ich als Trainer je hatte, sind die in Mahlsdorf. Der Verein ist seriös geführt, gut strukturiert und alle können in Ruhe arbeiten. Lichtenberg war eine Herzensangelegenheit für mich, 47 war damals im Umbruch. Ich konnte mit den Grundstein für die späteren Erfolge legen. Bei Tennis Borussia ging es chaotischer zu. Aktuell hat die Liga ein hohes Niveau.

Der Meister der abgebrochenen Saison, Stern 1900, wurde über die Quotientenregel gekürt. Wie beurteilen Sie das?

Ich hätte lieber ein Entscheidungsspiel zwischen Stern und Sparta Lichtenberg gesehen. Und wenn schon diese umstrittene Regel, dann hätte man sie auch beim Abstieg anwenden können.

So aber gab es keine Absteiger, aber vier Aufsteiger. In der Hinrunde müssen von den 21 Teams fünf englische Wochen gespielt werden.

Das wird eine enorme Belastung für alle, auch für die Schiedsrichter. Aber: Wir freuen uns wahnsinnig auf die Saison, sind gut vorbereitet.