Dank Doppeltorschütze Aubry: Eisbären erkämpfen sich ersten Playoff-Sieg der Saison

Den Eisbären Berlin ist es gelungen, das gute Gefühl, das sie sich in den vergangenen Monaten in der DEL-Hauptrunde erspielt und erarbeitet haben, auf die Playoffs zu übertragen.

Zumindest schon mal auf das erste Duell in der Best-of-Seven-Serie des Viertelfinals gegen die Gryzzlys Wolfsburg. Denn nach einem durchweg unterhaltsamen Eishockeyabend in der gerade mal mit 10.641 Zuschauern gefüllten Arena am Ostbahnhof durfte man sich ein 4:1 (0:0, 2:1, 2:0) für die Gastgeber als Endstand in den Block notieren. Und der Eindruck, der ja gewöhnlich über die nackten Zahlen hinausgeht? Nun: Der war positiv, wenngleich natürlich auch Ansätze für Kritik auszumachen waren.

Wenn man damit tatsächlich beginnen will, dann muss man sich geradezu zwangsläufig mit der Unterzahlsituation Mitte des zweiten Drittels beschäftigen. Frank Hördler hatte Alexander Karachun hart, aber eigentlich nicht zu hart an der Bande gecheckt. Die Schiedsrichter erachteten den Einsatz des mit Silber dekorierten Olympia-Teilnehmers dennoch als zeitstrafenwürdig, was die Eisbären in einen Strudel der Zweifel riss. Fabio Pfohl nutzte die Passivität des Unterzahlquartetts, zog aus Nahdistanz ab.

Sein Teamkollege Stephen Dixon fälschte schließlich geschickt ab, sodass Eisbären-Keeper Petri Vehanen letztlich chancenlos war (33.). So wie zu Beginn des Schlussabschnitts, als Kris Foucault den Puck aber nur gegen den Pfosten knallte.

Bann innerhalb von 106 Sekunden gebrochen

Dahin war also plötzlich die Souveränität der ersten halben Stunde, in der das Team von Trainer Uwe Krupp gemäß der Maxime „Gut Ding will Weile, aber auch Leidenschaft und Esprit haben“ agiert hatten. Immer wieder waren die EHC-Cracks mit Struktur und Spielwitz zu aussichtsreichen Chancen gekommen, scheiterten zunächst aber wiederholt an den Schonern oder der Kelle von Grizzlys-Schlussmann Gerald Kuhn. Dann aber brachen Louis-Marc Aubry und Mark Olver innerhalb von 106 Sekunden den Bann. Aubry traf in der 27. Minute mit einem feinen Schuss, Olver in der 29. Minute staubte zum 2:0 ab.

Erst gegen Mitte des letzten Drittel fanden die Eisbären nach der bereits erwähnten Krise wieder ihren Rhythmus. Auch dank Aubrys Willens-Treffer zum 3:1 (46.), der bei den Wolfsburgern die Beine noch schwerer machte, bei Aubrys Kollegen hingegen die Leichtigkeit wiederbrachte. Und als Jamie MacQueen einen Schlagschuss von Danny Richmond zum 4:1 (57.) ins Netz lenkte, war die Sache entschieden. Aubry, der Matchwinner, sagte: „Play-offs! Das ist die beste Zeit des Jahres, das macht einfach nur Spaß.“

Das gilt übrigens nicht für alle Klubs, die in der Hauptrunde zu überzeugen wussten. So unterlagen die Ice Tigers aus Nürnberg den Kölner Haien mit 1:4, während der hoch favorisierte EHC München von den Fischtown Pinguins in eine Verlängerung gezwungen wurde und letztlich nach einem 3:4 als Verlierer vom Eis ging.