Wolfsburgs Ewa Pajor versucht es mit einem Fallrückzieher.
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Berlin/San SebastiánBei der Kabinenparty im Estadio Anoeta fehlte ausgerechnet die Frau des Abends. Siegtorschützin Fridolina Rolfö musste nach dem Einzug der Triple-Jägerinnen vom VfL Wolfsburg ins Champions-League-Finale zur Dopingkontrolle. Ausgiebig geherzt und gefeiert worden war die Schwedin aber schon direkt nach dem 1:0 (0:0)-Halbfinalsieg über den FC Barcelona in San Sebastián. „Ich bin sehr froh, dass wir das geschafft haben“, sagte die Angreiferin lächelnd, „es war kein einfaches Spiel.“

Die Erleichterung war auf Wolfsburger Seite allen ins Gesicht geschrieben. „Wir sind überglücklich und freuen uns tierisch, dass wir noch mal die Chance bekommen, um den Pott zu spielen“, sagte der im nächsten Jahr scheidende VfL-Coach Stephan Lerch. Nun soll am Sonntag (20.00 Uhr/Sport1) eine Woche nach dem Triumph der Bayern-Männer wie vor sieben Jahren das deutsche „Triple-Double“ her. Den Finalgegner ermittelten am Mittwochabend (20.00 Uhr) in Bilbao Titelverteidiger Olympique Lyon und Paris St. Germain.

Der deutsche Meister und Pokalsieger steht zum fünften Mal im Endspiel um Europas Fußball-Krone. Eine umso imposantere Leistung, wenn man bedenkt, dass das VfL-Debüt in der Königsklasse erst acht Jahre her ist. In der Saison 2012/13 holte das Team sensationell gleich den Henkelpokal.

Vor dem großen Showdown um die begehrte Trophäe steht für die Wölfinnen zunächst Regeneration und Ablenkung auf dem Programm, Lerch aber wird viel Zeit am Laptop verbringen. „Dieses Spiel gibt eine Menge her“, kündigte der 36-Jährige für die Analyse an. Gerade das Defensivverhalten, aber auch das teils arg schludrige Offensivspiel ließ zu wünschen übrig.

Mehr und hochkarätigere Chancen erspielte sich der Vorjahresfinalist und spanische Meister aus Katalonien. Das Tor aber fiel dank Rolfös Abstauber (58.) für den zweimaligen Titelträger, der seit der erfolgreichen Titelverteidigung 2014 vergeblich versucht hat, die Silbertrophäe zurückzuerobern.

Dass sein Gegenüber, Barcelonas Trainer Lluis Cortes, derweil mit dem fehlenden Video-Assistenten haderte, juckte Lerch an diesem Abend wenig. Ein Handspiel von VfL-Verteidigerin Kathrin Hendrich im Strafraum (13.) blieb so ungeahndet. Der VAR kommt beim Frauen-Finalturnier erst im Endspiel zum Einsatz.