BerlinMünchen, 11. November 2020. Einer der größten Dopingprozesse hierzulande wird fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht Mark S., Mediziner aus Erfurt und mutmaßlicher Kopf eines kriminellen Netzwerks, das Sportler beim Betrug unterstützt haben soll.

Berlin, 13. November 2015. Eines der wichtigsten Gesetze im Sport wird vom deutschen Bundestag verabschiedet. Damit stehen staatliche Strafverfolgungsbehörden an der Seite der Dopingfahnder. Ein starker Akteur betritt die Bühne eines bis dahin zähen Schauspiels.

Fünf Jahre liegen diese beiden Ereignisse auseinander, und doch stehen sie in enger Verbindung. Ohne ein Antidoping-Gesetz hätte ein Prozess wie der gegen Mark S. nicht stattfinden können, das gesamte Ausmaß der Blutpanscherei wäre nie offenbar geworden. Erst der Staat und seine Instrumente ermöglichen nun eine effiziente Verfolgung von Betrügern. Zuvor war der Sportler das schwächste Glied in der Kette. Er bekam die Konsequenzen zu spüren, wurde gesperrt, das Problem damit aus dem Blickfeld geschafft, nicht aber aus der Welt.

Nun geht es auch Hintermännern an den Kragen. Das Gesetz dient somit dem Schutz des Athleten vor Kriminellen. Es ist also nicht zu seinem Schaden, wie führende Funktionäre lange Zeit behaupteten, allen voran im Deutschen Olympischen Sportbund. Sie beschworen die selbstheilenden Kräfte des Sports. Die allerdings wirken nicht, wie sich über Jahrzehnte zeigte.

Zwar kann auch der Staat den Ungeist des Dopings nicht endgültig besiegen, so wie sich Kriminalität allgemein nicht für immer besiegen lässt. Wo es die Möglichkeit gibt, Konkurrenten und Konsumenten auszutricksen, wird es auch jemanden geben, der diese Möglichkeiten zu nutzen versucht. Der Staat kann allerdings abschrecken. Mit Prozessen wie dem gerade in München.