Das erwartet Alba Berlin in der Halbfinalserie gegen Ludwigsburg

Joshiko Saibou hat für einen kurzen Moment den Überblick über den Kalender verloren. Er muss kurz nachdenken. Das kann einem Basketballer bei der engen Taktung der Spiele in den Play-offs schon mal passieren. „Welchen Tag haben wir heute?“, fragt Albas Guard. Donnerstag, fast schon Freitag. „Das reicht“, sagt Saibou, weil es ja noch vier Tage sind, um sich zu erholen. Um Kraft zu tanken für das Spiel am Pfingstmontag, das erste von maximal fünf im Halbfinale gegen Ludwigsburg (18 Uhr, Arena am Ostbahnhof).

Es ist gerade mal eine Stunde her, dass Saibou und sein Team die Oldenburger ausgeschaltet haben. Das 85:68 im fünften Duell war wieder einmal anstrengend, doch Saibou wirkt gelöst. Vielleicht, weil Alba das gesteckte Saisonziel erreicht hat. Vielleicht, weil so ein entscheidendes Spiel wie das vom Donnerstagabend, das unter einem enormen Druck stand, Selbstvertrauen gibt.

Intensität und Aggressivität

Eine Frage muss Saibou dann doch unbeantwortet lassen: Wer geht mit einem Vorteil ins nächste Duell? Die Ludwigsburger, die im Viertelfinale gegen Bayreuth nur drei Spiele brauchten, daher eine längere Pause haben? Oder Alba? „Wir sind im Spielrhythmus“, sagt Saibou.

Sie werden es sehen. Überraschungen dürfte es ansonsten nicht geben. Intensität und Aggressivität hat Ludwigsburg unter John Patrick kultiviert wie keine andere Mannschaft in der Bundesliga (BBL). Schon in Göttingen und Würzburg hat der Trainer dieses Konzept mit Erfolg angewendet. Die Ludwigsburger sind die größten Balldiebe der BBL. 10,0 Steals gelingen ihnen pro Begegnung im Durchschnitt. Sie haben ihre Hände überall, versuchen den Gegner mürbe zu machen, indem sie ihn schon zu Beginn des Ballvortrags unter Druck setzen.

Kein einfacher Gegner

„Das kann man nicht im Training simulieren“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. „Das muss man erleben und versuchen, von Anfang an damit umzugehen.“ In beiden Spielen der Hauptrunde ist Alba das gelungen, mit einem 96:86 zu Hause und dem 86:67 auswärts. „Wir haben die spielerischen Mittel gegen Ludwigsburg“, sagt Baldi.

Die Berliner müssen sie allerdings durchsetzen, müssen ihren Stil dem Gegner aufbürden. Klingt leicht, ist aber gerade im Umgang mit den Schwaben und ihrer terrorartigen Dauerdefensive schwierig. Zumal Trainer Patrick im Vergleich zu den Vorjahren über mehr und besseres Personal verfügt.

Patrick kann rotieren lassen. Neun ausländische Spieler stehen ihm zur Verfügung; eine Investition in die Zweigleisigkeit mit nationalem und internationalem Geschäft. Sie zahlt sich aus. Ludwigsburg schloss die Hauptrunde der BBL auf Platz drei ab und erreichte das Halbfinale der Champions League, Europas dritter Liga. Selbstbewusst reisen die Schwaben nach Berlin. In der Hinsicht steht es vor dem Halbfinale 1:1.