Berlin - Bei Alba Berlin war man bereits davon ausgegangen, sich mit dem 92:84-Sieg gegen Monaco von den Fans verabschiedet zu haben. Die Eisbären hatten sich darauf vorbereitet, am zweiten Weihnachtsfeiertag mit dem Spiel gegen Bremerhaven, das mit 5:1 gewonnen wurde, sich von den eigenen Anhängern zu verabschieden, und die Füchse Berlin wollten ursprünglich noch einmal am Montagabend um 19.05 Uhr mit dem Heimspiel gegen die MT Melsungen vor Zuschauern spielen, ehe jene einen Tag später größtenteils wieder ausgeschlossen werden.

3000 Fans im Freien, 2000 in der Halle

Geisterspiele dominieren ab dem 28. Dezember erneut den Profisport in Deutschland. Aber: Neben Hamburg und Schleswig-Holstein macht Berlin eine Ausnahme: 3000 Zuschauer im Freien, also bei Spielen von Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin, sowie 2000 Zuschauer in geschlossenen Räumen dürfen weiterhin die Spiele der großen Profiklubs der Hauptstadt besuchen, wie die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nach einer Senatssitzung kurz vor Weihnachten mitteilte. „Wir haben uns entschlossen, hier maßvoll vorzugehen in Abwägung der Risiken und Schutzmaßnahmen“, sagte Giffey. Ziel sei, Aktivitäten in Kultur, Sport oder Wirtschaft soweit wie möglich aufrechtzuerhalten, wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das immer noch besser ist als eine komplette Absage.“

Die BR Volleys begrüßten die Maßnahmen und freuen sich darüber, im Spitzenspiel am 6. Januar gegen die powervolleys Düren vor Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle spielen zu dürfen. Die Fußball-Bundesliga startet erst am 7. Januar in ihre Rückrunde. Alba Berlin aber erwartet am 31. Dezember (14 Uhr) im letzten Spiel des Jahres Würzburg zum Duell in der Bundesliga und darf dafür Zuschauer in die Arena am Ostbahnhof lassen. Am Montag muss der deutsche Basketballmeister in Bayreuth antreten, das Euroleague-Spiel in Mailand, welches am Mittwoch stattfinden sollte, wurde nach mehreren Corona-Fällen im Team der Mailänder hingegen abgesagt.

Unter den Augen ihrer Fans konnten die Eisbären Berlin am Sonntag in der Arena am Ostbahnhof gegen Bremerhaven noch unter den „alten“ Corona-Regeln spielen. Wie schon in den Partien davor durften auch an diesem Weihnachtsnachmittag nur Zuschauer rein, die geimpft oder genesen waren – auf den Plätzen musste zudem eine Maske getragen werden, woran während der Partie auch immer wieder über die Lautsprecher der Arena hingewiesen wurde. Bereits vor der Partie hatten die Eisbären darüber informiert, dass ab dem nächsten Heimspiel am 2. Januar auch noch ein negativer Corona-Test erforderlich sein wird. Nur unter dieser Auflage war die weitere Teilnahme von Zuschauer an den Heimspielen der Berliner Profiklubs vom Senat genehmigt worden.

Wer sich am Sonntag von den Köstlichkeiten des Weihnachtsfestes trennen konnte und trotz aller Regeln für einen Besuch des Eisbären-Spiels gegen Bremerhaven entschieden hatte, dürfte sich von Beginn an gut unterhalten gefühlt haben. Beide Teams gingen zielstrebig und konzentriert zu Werke, der erste Treffer sollte aber, trotz vorheriger Überzahlsituationen auf beiden Seiten, erst 16 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels fallen. Einen feinen Pass von Frank Hördler schloss Matt White mit einem Direktschuss durch die Beine von Ex-Eisbären-Keeper Maximilian Franzreb zum 1:0 für die Berliner ab.

Gegen Bremerhaven wird es nur kurzzeitig spannend

So ein Treffer kurz vor dem Gang in die Kabine ist natürlich für die Mannschaft, die ihn erzielt, psychologisch wertvoller, als für die, die ihn kassiert. Und wohl auch deshalb wirkten die Eisbären etwas spielbestimmender, wenngleich die Gäste weiterhin gefährlich blieben. Da tat der zweite Treffer der Berliner für die nervliche Beruhigung der meisten Zuschauer in der Arena gut. Aus der Distanz hatte Morgan Ellis auf Pass von Marcel Noebels in der 29. Minute mit seinem Schuss in den Winkel sehenswert auf 2:0 erhöht.

Dass es kurzzeitig doch noch einmal spannend wurde, lag knapp zwölf Minuten vor dem Ende an einem Penalty-Gegentor in Unterzahl, bei welchem Eisbären-Goalie Mathias Niederberger gegen den Schuss von Ziga Jeglic chancenlos war. Gerade einmal 62 Sekunden später aber war der Zwei-Tore-Abstand nach einem weiteren Tor von Matt White wieder hergestellt. Und als Marcel Noebels knapp vier Minuten vor dem Schlusspfiff zum 4:1 traf und White auf 5:1 erhöhte (59.), waren die 2500 Fans endgültig glücklich. Dass über diese Partie hinaus weiter Zuschauer bei Spielen der Eisbären und den anderen Berliner Profiklubs erlaubt sind, sorgte für zusätzliche Freude.