Albas Marcus Eriksson im Zweikampf mit seinen Kontrahenten aus Ludwigsburg.
Foto: BBL-Pool

Berlin/MünchenNicht einmal die Aussicht auf den Meistertitel und die bevorstehende Rückkehr in das normale Leben konnten Niels Giffey überzeugen. Selbst nach fast überstandenen drei Wochen im Quarantäne-Hotel ist Alba Berlins Kapitän weiterhin kein Fan der Gesamtidee eines Finalturniers um die Meisterschaft. Das Turnier, das haben neben ihm auch alle anderen Teilnehmer bestätigt, war perfekt organisiert und auf die Bedürfnisse angepasst. Allerdings nur zwischen Hotel und Spielhalle zu pendeln und damit von der Außenwelt abgeschnitten in einer Blase zu leben, war ein riesiger Einschnitt, den nicht nur Giffey kritisch hinterfragte. Aber: Das Turnier in München war alternativlos, um die laufende Saison zu beenden und einen Meister zu ermitteln.

Eine Alternative für kommende Meisterschaften ist es aber nicht. Ein Turnier in dieser Form kann den in der DNA eines Basketballers fest verankerten Play-off-Modus nicht ersetzen. Eine Serie über möglicherweise fünf Spiele, von denen jedes eine eigene Geschichte schreibt und kein Hin- und Rückspiel, an deren Ende die Summe beider Ergebnisse über den Titel entscheidet.

Das Turnierkonzept jetzt aber in die unterste Schublade eines Regals im Liga-Büro zu stecken, abzuschließen und den Schlüssel ins Meer zu werfen, wäre verschenkt. Könnte man diese Idee für ein Finalturnier nicht auf den Pokalwettbewerb übertragen? Durch diesen mussten sich die Endspielteilnehmer in der abgelaufenen Saison vier Wochenenden im Kalender freihalten. Nicht einfach für Mannschaften wie Alba Berlin, die es zwischen Oktober und Juni auf über 70 Spiele bringen. Ein Finalturnier mit leicht verändertem Format über eine Woche, an einem Standort und in einem Hotel aber hätte Charme. Vor allem dann, wenn Spieler sich frei bewegen und vor Zuschauern spielen können.